Niederösterreich exportiert Schulprobleme nach Wien

Wien (OTS) - Auch im nächsten Schuljahr werden wieder fast
10.000 niederösterreichische Jugendliche in Wien die Schule besuchen. 8.000 davon nützen ganz gezielt das breite Angebot Wiens im Bereich der kostenintensivsten Schulen, nämlich der AHS und der berufsbildenden höheren Schulen. Insbesondere in den Randbezirken zu Niederösterreich (10., 13., 21., 22. und 23. Bezirk) werden die Wiener höheren Schulen von niederösterreichischen Kindern regelrecht gestürmt. Einzig im 14. Bezirk gab es - durch die Errichtung der AHS in Purkersdorf - eine deutliche Entspannung für die Wiener Schulen.

Konkret gehen die niederösterreichischen Schülerinnen und Schüler vor allem in Wiener AHS (über 4.200 SchülerInnen), in die Wiener HTL (ca. 1.700 SchülerInnen), Handelsakademien (ca. 650 SchülerInnen), Bundesanstalten für Kindergartenpädagogik und Tourismusschulen (ca. 600 SchülerInnen) und wirtschaftliche Schulen (950 SchülerInnen). Niederösterreich erspart sich damit mindestens acht große höhere Schulen.

Manche Wiener Direktorinnen und Direktoren berichten auch, daß niederösterreichische Kinder sogar bei Wiener Verwandten angemeldet werden, um leichter zu einem Schulplatz zu kommen. "Das ist kein Schulkrieg, aber ich sage Niederösterreich seit Jahren, daß das Boot voll ist. Jetzt sind nur mehr wenige Notplätze vorhanden", erklärte der Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz.

Die jahrzehntelangen Versäumnisse in Niederösterreich sind bestürzend: Niederösterreich hat für 200.000 Kinder nur 46 AHS, Wien mit 84 fast doppelt so viel.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: 01-525 25/77014

Stadtschulrat für Wien, Martina Vitek,

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS