AK: Verbesserter Schutz für Konsumenten bei Reiseveranstalterpleite

Kritik aus den Reihen der Reisebranche unverständlich

Wien (OTS) - "Wenn ein Reiseveranstalter pleite ist, sind hinkünftig Konsumenten besser abgesichert. Unterversicherungen sollten kein Thema mehr sein," sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Denn mit der Novellierung der Reisebüro-Sicherungsverordnung wird beim Wirtschaftsministerium ein Kontrollbeirat eingerichtet, der laufend die Risikoabdeckung der Reiseveranstalter überprüfen soll. Ferner wird ein Veranstalterverzeichnis geschaffen, das Angaben über die Risikoabdeckung des jeweiligen Reiseveranstalters, über den Versicherer und den Schadensabwickler enthalten muß und das jedem Konsumenten entsprechende Auskünfte erteilt. Darüber hinaus wurden die Versicherungssummen erhöht. Die Kritik der Reisebürobranche versteht Glatz nicht: "Die Konsumenten haben jetzt mehr Schutz und können endlich auf ein funktionierendes Insolvenzssicherungssystem vertrauen." ****

Bei den großen Reiseveranstalterpleiten von ITAS und KARTHAGO in der Vergangenheit konnte von den Konsumenten Schaden nur mit
einiger Mühe abgewendet werden. Trotz bestehender Insolvenzsicherung drohte das Geld nicht auszureichen. Die österreichische Reisebüro-Sicherungsverordnung wies erhebliche Schutzlücken auf. Ein Kritikpunkt der AK war immer wieder, daß die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nie aktiv durch das zuständige Wirtschaftsministerium kontrolliert wurde. Die Folge waren mehrere Amtshaftungsverfahren gegen die Republik Österreich.

Nunmehr sind Reisende besser abgesichert. Die Versicherungssummen wurden generell hinaufgesetzt. Weiters wird beim Wirtschaftsministerium ein Kontrollbeirat eingerichtet, der
laufend die Risikoabdeckung der Reiseveranstalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen überprüfen soll. Und es wird ein Veranstalterverzeichnis geschaffen, das insbesondere Angaben über die Art und Höhe der Risikoabdeckung des jeweiligen Reiseveranstalters, über seinen Versicherer oder Garanten und seinen Schadensabwicklers zu enthalten hat. "Jeder Konsument kann entsprechende Auskünfte darüber erhalten", so Glatz. "Mit dieser Novelle sind wichtige AK Forderungen erfüllt worden," sagt Glatz.

Die Kritik aus den Reihen der Reisebranche ist für Glatz unverständlich, wurde doch seitens des Fachverbandes in den Verhandlungen in keiner Weise belegt, daß der Kundenschutz auch
mit niedrigeren Mindestversicherungssummen gewährleistet ist. "Bei aller Kritik darf nicht übersehen werden, daß die überarbeitete Reisebüro-Sicherungsverordnung den Konsumenten echte
Verbesserungen bietet - und das ist wohl im Interesse aller." Österreichs Konsumenten sollen nicht noch weiter verunsichert werden, sondern endlich auf ein funktionierendes Insolvenzsicherungssystem vertrauen können.

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