Vorbereitungsarbeit für NÖ Landesausstellung geht weiter

Maulpertsch-Fresko kehrte ins Schloß Kirchstetten zurück

St.Pölten (NLK) - Seit 20 Jahren war das Deckengemälde
"Allegorie der Zeit und der Wahrheit" von Franz Anton Maulpertsch, auf Leinwand um 1750 gemalt, aus Sicherheitsgründen im
Barockmuseum Heiligenkreuz-Gutenbrunn untergebracht. Jetzt kehrt
es wieder in den Festsaal des Schlosses Kirchstetten an seinen angestammten Ort zurück. Das Frühwerk Maulpertschs komplettiert den Saal und ist gleichzeitig auch Ausstellungsstück der heurigen NÖ Landesschau "aufmüpfig und angepaßt - Frauenleben in Österreich", die vom 9. Mai bis 1. November stattfindet.

Bereits in den ältesten Quellen zu Leben und Werk des österreichischen Barockmalers Franz Anton Maulpertsch wird das auf Leinwand gemalte Deckengemälde im Festsaal des Schlosses Kirchstetten als authentische Arbeit bezeichnet. Das längliche, an den Schmalseiten in Bögen abgeschlossene Bild hat die "Allegorie der Zeit und der Wahrheit" zum Inhalt. Im Zentrum der Komposition steht die allegorische Figur der Veritas, eine kräftige, junge Frau, die auf der Weltkugel balanciert; mit der Linken reckt sie
ihr Zepter hoch, mit der Rechten hält sie den gefesselten Zeitgott Saturn am Bande, der zu ihren Füßen zusammengebrochen ist, seine Attribute Sense und Sanduhr sind ihm aus den Händen gefallen. Im bewölkten Himmelsgewölbe erscheint die Göttin Flora, die Arme voll mit Blumen, ein Putto mit Blumenkorb begleitet sie. Beide stehen stellvertretend für den Frühling. In der Mitte des Bildes lehnt sich eine junge Frau mit Früchten an die Erdkugel. Davor sitzt die Göttin Diana mit der Mondsichel an der Stirn und deutet auf ein Mädchen, das sich von rechts der Gruppe nähert und einen Korb mit Obst und Gemüse auf dem Kopf trägt. Im Schatten sitzt ein dicklicher Bacchusknabe, seine Stirn mit Weinlaub bekränzt, aus einem Krug läßt er Wein laufen. Ganz rechts am Rand melkt ein blondes Mädchen eine Ziege. Im unteren Bildfeld liegt lang ausgestreckt die schlummernde Göttin Ceres, gebettet in ein üppiges Stilleben von Früchten, Wildbret und Fischen, neben ihr die Attribute des Sommers: Ähren und Sichel. Ergänzt wird das Ensemble der Jahreszeiten und Göttinnen durch den Meergott Neptun mit Dreizack am linken Bildrand. Die Komposition beeindruckt durch die schwungvolle Komposition, die Figuren sind heftig bewegt und werden in starker, aber unterschiedlicher Untersicht dargestellt. Auch die leblosen Dinge werden in den überwältigenden Eindruck von sprühender Kraft miteinbezogen. Zwei Skizzen zu diesem Thema, vermutlich etwas früher entstanden, zeigen, wie intensiv sich Maulpertsch mit dem Thema auseinandergesetzt hat.

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