WKÖ: Erstmals seit 1980 wieder ein Plus an Lehranfängern

Trendwende bestätigt, jedoch kein Anlaß zur Entwarnung Weitere Entlastung der Ausbildungsbetriebe notwendig

Wien (PWK) - "Mit 40.175 Lehranfängern per 31.12.97 oder einem
Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist erstmals seit 1980 ein positiver Trend festzustellen", kommentiert Alfred Duschanek, Leiter der Abteilung für Wissenschaft und Bildungspolitik die nun vorliegende Lehrlingsstatistik 1997. "Allerdings bieten 3.096 Lehranfänger mehr noch keinen Anlaß zur Entwarnung der Lehrlingsproblematik". Die Gesamtzahl der Lehrlinge ist Ende 1997 mit 121.629 nach dem absoluten Tiefstand 1996 (119.932) um 1,4 Prozent oder 1.629 gestiegen. Ebenso hat sich die Zahl der ausbildenden Betriebe von 39.663 auf 40.353 erhöht, das sind um 690 oder 1,7 Prozent mehr. ****

Die Zahl der Lehrlinge hat in sieben Bundesländern zwischen 0,4 und 5,3 Prozent zugenommen, nur in Wien und Salzburg ist sie zurückgegangen. Die meisten Lehrlinge verzeichnete 1997 mit 24.784 Oberösterreich, gefolgt von der Steiermark mit 19.877 und von Niederösterreich mit 19.690.

"Wir wissen, daß diese Trendumkehr mehrere Wurzeln hat. Zum einen sind es die Auswirkungen des Lehrlingspakets I, das den Betrieben doch gewisse Erleichterungen brachte, zum anderen waren es auch die enormen AMS-Förderungen gegen Jahresende, mit denen neben betrieblichen Ausbildungsplätzen auch betriebsferne Lehrplätze in besonderen Einrichtungen finanziert wurden. Damit kam es leider innerhalb der Ausbildungsträger zu einer Zwei-Klassengesellschaft. Dies muß im heurigen Jahr grundlegend geändert werden, soll nicht der Verlust vieler Ausbildungsplätze drohen", so Duschanek.

"Zwar ist heuer aufgrund der rückläufigen Geburtenzahl mit einem leichten Rückgang der Schulabgänger zu rechnen (Geburtenjahrgang 1982 94.840 im Vergleich zu 1983 90.118), das wird aber nichts an den Problemen jener Jugendlichen ändern, die nur schwer einen Ausbildungsplatz finden werden, da sie aufgrund ihrer nicht ausreichenden Schulkenntnisse noch nicht "lehrvertragsreif" sind. Es wird daher notwendig sein, so rasch wie möglich entsprechende Maßnahmen in Angriff zu nehmen", betont Duschanek. "Grundsätzlich zeigt sich nach wie vor, daß ein beträchtlicher Anteil an Hauptschulabgängern, nämlich 42,4 Prozent, länger dauernde schulische Ausbildungen ablehnen und Ausbildungsplätze in der betrieblichen Praxis vorziehen".

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Prof. Dr. Alfred Duschanek

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