Ein Drittel der NÖ Jugendlichen greift täglich zur Zigarette

Drogenbeirat befaßte sich mit Studien-Zwischenergebnis

St.Pölten (NLK) - Teils überraschende und alarmierende
Ergebnisse bringt der Zwischenbericht einer von Landesrat Ewald Wagner in Auftrag gegebenen und im vergangenen Frühjahr durchgeführten schriftlichen Befragung von 1.900 niederösterreichischen Schülerinnen und Schülern aller Schultypen im Alter von 13 bis 18 Jahren: Im Schnitt rauchen 35,4 Prozent täglich oder mehrmals pro Woche Zigaretten, der Konsum der Mädchen liegt nur geringfügig unter jenem der Burschen. Besonders schlimm:
Bei den 14jährigen rauchen schon 12,1 Prozent regelmäßig, bei den 15- bis 16jährigen 41,7 Prozent. Der Zigarettenkonsum bei den über 17jährigen liegt schließlich bei fast 50 Prozent.

Die Studie stellte Fragen nach Erfahrungen und aktuellem Konsumverhalten bezüglich verschiedener legaler, aber auch illegaler "psychoaktiver" Substanzen, und sie stellte einen Zusammenhang mit der Lebenssituation der Jugendlichen in Familie, Schule und unter Freunden fest. Dabei ergab sich, daß jene Jugendlichen, die zu legalem Konsum (Alkohol und Nikotin) neigen, auch eher gefährdet sind, illegale Drogen zu probieren und zu konsumieren. Die Vorbildwirkung von Freunden ist groß, nur 3,2 Prozent jener Jugendlichen, die angaben, daß ihr bester Freund
bzw. ihre beste Freundin täglich "trinken", halten selbst Abstand vom Alkohol. Auch der häufigere Medikamentenkonsum, der vor allem bei Mädchen zwischen 14 und 16 stark ansteigt, scheint die Bereitschaft zum Konsum legaler und illegaler Drogen zu steigern. Auch die Wohnsituation wirkt sich auf das Konsumverhalten aus.
Jene, die in Heimen oder Internaten wohnen, neigen am meisten zu Drogen, leben sie bei den Eltern, ist die "Substanzaffinität" weitaus geringer. Das elterliche Vorbildverhalten spielt eine
große Rolle, ebenfalls Gewalt innerhalb der Familie. Regelmäßige sportliche Aktivitäten wirken sich sehr positiv auf eine Verringerung des Drogenkonsums aus. Eine wesentliche Forderung ergibt sich daher schon aus dem Zwischenbericht: Es werden vor
allem aktivitätsfördernde Freizeitangebote für die Jugend gefordert.

Der Zwischenbericht wurde in den letzten Tagen im Rahmen einer Sitzung des NÖ Drogenbeirates vorgestellt. Das Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie wird die Studie noch
verfeinern, um der Politik brauchbare Grundlagen zu liefern.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2174

Niederösterreichische Landesregierung

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK