Keusch: Reisesicherheit der Schüler und Pendler gefährdet

Aufforderung ÖBB-General Draxler: Uralt-Waggonmaterial muß sofort aus dem Verkehr gezogen werden

St. Pölten, (SPI) - "Im westlichen Niederösterreich verkehren Regionalzüge, deren Lok- und Wagenmaterial aus den frühen 50er Jahren stammt. Nicht nur muß hier der Servicegedanken bzw. der Reisekomfort grundsätzlich hinterfragt werden, kaum Notiz nahm man bisher vom Umstand der erhöhten Gefährdung der Sicherheit der Reisenden - zur Mehrzahl Schüler und Pendler. So weist das eingesetzte Wagenmaterial beispielsweise teilweise keine Türsicherungen auf, welche bewirken, daß nach der Anfahrt des Zuges die Türen während der Fahrt nicht zu öffnen sind. Das Gefährdungspotential - vor allem im Schülerverkehr - der Uralt-Waggons, wo sich Türen bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 80 bis 100 Stundenkilometer öffnen lassen, braucht wohl nicht weiter betont werden", kritisiert der Amstettner SP-Labg. Eduard Keusch heute in einer Stellungnahme.****

"Weiters muß bei der Bauart der Waggons auf die völlig unzulängliche Gestaltung der Einstiege für ältere Mitbürger hingewiesen werden. Die ersten Stufen der Waggons befinden sich -
je nach Beschaffenheit der Bahnsteige - bis zu einem halben Meter über dem Boden. Für ältere oder gebrechlich Reisende ein Hindernis, welches oftmals nur mit Hilfe von hilfsbereiten Mitreisenden zu meistern ist. Die Mängel beim Reisekomfort und der -geschwindigkeit ist ein weiteres Manko, daß es zu beseitigen
gilt. Obwohl die Regionalzüge zwar mit einer Fahrplangeschwindigkeit von 100 km/h verkehren sollten, so weisen die eingesetzten Triebfahrzeuge (Baujahr 1951) nur eine Bauartgeschwindigkeit von 80 km/h auf!", so Keusch weiter.

"Meine Kritik konzentriert sich auf die derzeitige Politik der
ÖBB, welche offenbar Bilanzergebnisse über die Anforderungen und Wünsche ihrer Kunden - ja ihrer treuesten Kunden, der Schüler und Pendler - stellt. Es kann nicht hingenommen werden, daß moderneres Wagenmaterial an ausländische Bahnverwaltungen verliehen wird, in Österreich aber letztlich dann keine Möglichkeit besteht, den Rückzug der "Waggon-Oldtimer" einzuleiten. Hier eine Ergebnisverbesserung der Bilanz auf dem Rücken der Bahnkunden zu erzielen ist eine nicht akzeptable Vorgangsweise und spricht nicht für den Dienstleistungscharakter der Bahn. Diese Vorgangsweise
geht nicht nur zu Lasten der Beförderungsqualität, sondern auch der Reisesicherheit - das kann nicht länger hingenommen werden", meint Keusch.

"Ich habe daher Generaldirektor Dr. Helmut Draxler brieflich ersucht, endlich die alten und gefährlichen Waggons aus dem
Verkehr zu ziehen und modernes und sicheres Waggon- und
Lokmaterial zum Einsatz zu bringen", schloß Abg. Keusch.
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