Neue Impulse für Lehrlingsausbildung im Gastgewerbe

"Restaurantfachmann/-frau" als erster Schritt - Ab dem Sommer 150 bis 200 zusätzliche Lehrstellen in der Systemgastronomie

Wien (PWK) - Die geänderten Anforderungen an die gastgewerblichen Berufe machen eine umfassende Entrümpelung der Berufsbilder und eine Neuorientierung der Berufsinhalte notwendig. Im Fachverband Gastronomie hat man sich daher intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und bereits im Vorjahr ein Konzept für die Neuorientierung der Ausbildungsinhalte vorgelegt. ****

Danach sollen im Rahmen einer einheitlichen Grundausbildung vor allem jene Lehrinhalte vermittelt werden, die für Dienstleistungsberufe unerläßlich sind, wie Kenntnisse in den Bereichen Kommunikation, Verkauf und Marketing. Die rein handwerklich-technischen Inhalte, die derzeit einen zum Teil breiten Raum einnehmen, sollen hingegen gestrafft und modernisiert werden, erklärt der Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie, Komm.Rat Helmut Hinterleitner.

Ein Teil dieses Konzeptes ist die Schaffung eines eigenen Lehrberufes "Fachmann/-frau für Systemgastronomie", über dessen Inhalte man sich nunmehr mit der Arbeitnehmerseite geeinigt hat. Dieser neue Berufsinhalt erlaubt es den Systembetrieben, die ja bisher keine Lehrlinge ausbilden durften, eine qualitativ hochstehende, breit gefächerte und staatlich anerkannte Ausbildung anzubieten.

Das Ausbildungsspektrum dieses Berufes geht weit über die rein handwerklichen Tätigkeiten im Service- und Küchenbereich hinaus. Schwerpunkte sind der Umgang mit Gästen, Beschwerdemanagement, Beratung und Verkauf, Durchführung von Werbeaktionen und verkaufsfördernden Maßnahmen, Anwendung der betrieblichen Warenwirtschafts- und Hygienesicherungssysteme, Durchführung der Qualitäts- und Kostenkontrolle sowie Personalverwaltung.

Da die Ausbildung praktisch alle notwendigen Bereiche abdeckt, bietet sie eine gute Basis für Positionen im mittleren Management bis hin zum Restaurantleiter oder späteren Franchise-Nehmer.

Große Restaurantketten, wie McDonald's, Nordsee und Wienerwald, haben bereits starkes Interesse an dieser neuen Ausbildungsmöglichkeit bekundet. Interessant könnte die Ausbildung aber auch für kleinere Betriebe sein, die ebenfalls immer stärker auf der "Systemschiene" fahren und damit künftig einen verstärkten Bedarf an "Generalisten" haben werden.

Nach vorsichtiger Schätzung des Fachverbandes Gastronomie könnte die Branche - sofern alle weiteren organisatorischen Maßnahmen wie geplant ablaufen - ab dem kommenden Sommer 150 bis 200 zusätzliche, qualitativ hochstehende Lehrstellen in diesem Bereich zur Verfügung stellen.

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Dr. Erhard Platzer
Tel. 501 05 DW 3560

Fachverband Gastronomie

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