Österreichische Wirtschaftsmission in Äthiopien

Interesse an Zusammenarbeit bei Infrastrukturprojekten - Äthiopiens Wirtschaft auf dem Weg der Stabilisierung

Wien (PWK) - Eine österreichische Wirtschaftsmission befindet sich derzeit in Äthiopien, um Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit bei Großprojekten aber auch im Produktionsbereich (Ledererzeugung, landwirtschaftliche Verarbeitung) zu erkunden. Vertreter von 18 Firmen (darunter Bauunternehmen, Landmaschinenerzeuger, Banken und Consultingfirmen) nehmen an der von der Wirtschaftskammer Österreich organisierten Reise teil. ****

Äthiopien ist nach wie vor eines der ärmsten Länder Afrikas, erklärt WKÖ-Experte Fritz Langer. Durch die Wirtschaftsreformen der letzten Jahre sei es aber gelungen, die Wirtschaft nach dem 17 Jahre dauernden Bürgerkrieg wieder weitgehend zu stabilisieren. 1997 konnte ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent erzielt werden.

Eine Reihe von Großprojekten im Infrastrukturbereich werden international gefördert, unter anderem von der Weltbank und von der EU (Äthiopien ist Teil des AKP-Programmes der EU).

Gute Chancen für eine österreichische Zusammenarbeit bestehen laut Langer beim Ausbau der Transportwege (Straßen- und Eisenbahnen), wofür in Äthiopien besonders großer Nachholbedarf herrscht (von 24.000 Straßenkilometern sind derzeit nur 3.600 km asphaltiert).

Als aussichtsreich für heimische Anbieter bezeichnet Langer auch den Kraftwerkssektor: Äthiopien ist ein an Wasserkraft reiches Land - mehrere Kraftwerksbauten sind projektiert. Österreich ist insbesondere daran interessiert, die seinerzeitige Mitwirkung am Kraftwerk Gigel Giwi zu reaktivieren.

Für kleinere und mittlere österreichische Unternehmen könnten sich interessante Marktchancen durch die Privatisierung der Leder-, Fleisch- und Textilindustrie in Äthiopien ergeben, meint Langer. Diese Betriebe hätten akuten Bedarf an einfachen, wenig automatisierten Maschinen und Anlagen.

Österreichs Ausfuhren nach Äthiopien betrugen 1996 rund 110 Mio S und setzten sich vorwiegend aus Maschinen, Pumpen, Fahrzeugen und chemischen Produkten (Schädlingsbekämpfungsmittel, Pharmazeutika) zusammen. Die Importe aus Äthiopien lagen 1996 bei 44 Mio S und bestanden hauptsächlich aus Kaffee.

Wichtigster Wirtschaftszweig Äthiopiens ist die Landwirtschaft, wobei Viehzucht und Kaffeeanbau dominieren. Auf Kaffee entfallen mehr als 60 Prozent der gesamten äthiopischen Ausfuhren.

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Dr. Fritz Langer

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