ARBÖ wendet sich gegen Lockerung der Wochenendfahrverbote für Lkw

In einem Schreiben an die Mitglieder des EU- Verkehrsausschußes wandte sich der ARBÖ gegen die Harmonisierungsbestrebungen der EU-Komission in dieser Frage

Wien (ARBÖ) - Strikt gegen die Harmonisierungsbestrebungen der Europäischen Kommission bei Wochenend- und Feiertagsfahrverboten für Lastkraftwagen wendet sich der ARBÖ in einen Brief an die Mitglieder des EU-Verkehrsausschußes sowie an EU-Verkehrskommissar Neil Kinnock.

Die EU beabsichtigt bekanntlich das Wochenend- und Feiertagsfahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen in allen Mitgliedsländern generell auf die Zeit von 6.00 bis 22.00 Uhr an Sonn- und Feiertagen zu beschränken. Dies hätte erhebliche Nachteile für heimische Autofahrer und den Anreinern entlang den Transitrouten.

Derzeit gilt in Österreich ein generelles Lkw-Fahrverbot von Samstag 15.00 bis Sonntag 22.00 Uhr (Ausnahmen bestehen etwa für verderbliche Güter). "Eine auf allen Autobahnstrecken ständig steigende Schwerverkehr-Frequenz führt zu einer immer stärkeren Belastung der Wohnbevölkerung durch den allgemeinen Verkehrslärm", stellt der ARBÖ-Technik-Chef Dipl. Ing. Diether Wlaka fest, "nur die Nacht von Samstag auf Sonntag ist derzeit weitgehend vom Schwerverkehr frei und ermöglicht vielfach dadurch erst die Nachtruhe."

Das derzeit geltende Lkw-Fahrverbot in Österreich ermöglicht weiters auch der großen Berufsgruppe der Lastkraftwagenfahrern die dringend notwendige Ruhepause von 30 Stunden, so der ARBÖ. Eine Reduzierung des Wochenend-Fahrverbotes würde diese Ruhezeit halbieren und damit auch eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bewirken.

Gegen eine Reduzierung des Wochenendfahrverbotes spricht, laut ARBÖ, auch die Sorge, daß zusätzliche Konfliktsituationen zwischen Freizeit- sowie Urlaubsverkehr und dem Lkw-Verkehr entstehen würden. Bekanntlich existiert in Österreich in den Sommermonaten auf besonders stark frequentierten Fernreisestrecken aus diesem Grund auch das erweiterte Lkw-Fahrverbot an Wochenenden ab Samstag 8.00 Uhr früh.

Der ARBÖ hat mit gutem Grund bereits vor einiger Zeit
gefordert, daß dieses erweiterte Lkw-Fahrverbot auch auf die Zeit der Semester- und Osterferien ausgeweitet wird. "Solche kritische Megastaus wie an den letzten beiden Wochenenden auf Österreichs Straßen hätte man vermeiden können", so Dipl. Ing. Wlaka.

Weiters weist der ARBÖ in seinem Schreiben an die EU-Ausschußmitglieder und an EU-Verkehrskommissar Neil Kinnock auch darauf hin, daß eine Reduzierung des Wochenend-Fahrverbotes in Österreich auf Unverständnis und großen Widerstand von großen Teilen unserer Bevölkerung stoßen würde.

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