AK Tumpel: "Wir brauchen Lehrstellen, nicht Schmalspurausbildungen"

Farnleitners "Lehrlingspaket II" verschlechtert Zukunftschancen der Jugendlichen - stattdessen über Berufsfachschule verhandeln

Wien (OTS) - "Wir brauchen vollwertige Lehrstellen, nicht Schmalspurausbildungen nach dem Belieben der Unternehmer." So reagierte heute, Dienstag, AK Präsident Herbert Tumpel auf Wirtschaftsminister Farnleitners Vorschläge für ein "Lehrlingspaket II". Durch Stufenlehren und "Startjobs" würden nur die Berufs- und Zukunftschancen der Jugendlichen verschlechtert. Ebensowenig zielführend wären Prämien für alle Betriebe, die Lehrlinge aufnehmen, und der Verzicht auf die Prüfung der Ausbildungseignung von Betrieben. Die AK schlage stattdessen vollwertige Ausbildung in Berufsfachschulen vor, bis die
Unternehmer wieder ausreichend Lehrstellen bieten.****

"Jeder muß das Recht auf eine vollwertige Berufsausbildung haben", sagt Tumpel. Die Einführung von Schnupper-"Startjobs" würde dagegen bedeuten, "daß die Unternehmer billige Arbeitskräfte bekommen und daß es weniger volle Lehrverhältnisse gibt. Jugendliche, die heute nur angelernt werden, sind die Arbeitslosen von morgen, weil ihnen entsprechend gute Ausbildung fehlt." Ebenso zurückzuweisen seien Farnleitners Vorschläge nach Abbau der Schutzbestimmungen für Jugendliche im Betrieb. Nicht verzichtet werden könne auch auf die Kontrolle, ob ein Betrieb überhaupt zur Lehrlingsausbildung geeignet sei: "Es muß eine Garantie geben, daß Lehrlinge ausgebildet und nicht nur zu Hilfsarbeiten eingesetzt werden."

Letzlich könne niemand garantieren, daß der Abbau von Schutzbestimmungen und Kontrollen in Lehrbetrieben zusätzliche Ausildungsplätze schafft. Nicht zielführend sei es auch, wenn jeder Lehrbetrieb im ersten Lehrjahr eine Prämie im Ausmaß der Lehrlingsentschädigung während der Berufsschulzeit erhält. Tumpel:
"Damit würden nur jene Betriebe gefördert, die bisher nicht ihrer Verantwortung zur Ausbildung Jugendlicher nachgekommen sind." Zurückzuweisen sei weiters Farnleitners Kritik an sogenannten selbständigen Ausbildungseinrichtungen wie der "Initiative Lehrling" in Wien: "Nur durch solche Maßnahmen und den massiven Einsatz des Bundes und der Gemeinden bei der Ausbildung von Lehrlingen ist es gelungen, voriges Jahr die Situation am Lehrstellenmarkt zu entschärfen."

Um heuer ausreichend Ausbildungsplätze zu schaffen, schlagen ÖGB und AK die Einrichtung von Berufsfachschulen vor. Die Berufsfachschulen sollen vollwertige Lehrausbildung bieten, bis
die Unternehmer wieder ausreichend Lehrstellen schaffen. Tumpel:
"Darüber müssen wir verhandeln, nicht über Schmalspurausbildungen und Geschenke für Unternehmer."

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