Richtiges Verhalten bei Autobahnunfällen KfV: Anhalten - absichern - Notruf verständigen

Wien (OTS) - Wer auf der Autobahn ein Hindernis auf der Fahrbahn bemerkt oder gar überfährt, bzw. zu einem Unfall stößt, hat:

1. so rasch wie möglich auf dem Pannenstreifen anzuhalten,
2. die anderen Verkehrsteilnehmer zu warnen,
3. auf das Hindernis aufmerksam zu machen bzw. die Unfallstelle abzusichern.
4. Handybesitzer sollen sofort den Notruf 112 bzw. 133 wählen und den Standort (Fahrtrichtung, Kilometermarke) bekannt geben oder die Autobahn-meisterei über die Notrufsäule verständigen.

Anhalten, absichern, Hilfe holen! Dann müssen Verletzte geborgen und Erste Hilfe geleistet werden. Diese klaren Bestimmungen sind vom Gesetzgeber für derartige Ausnahmesituationen vorgesehen.

Durch den jüngsten dramatischen Unfall auf der Südautobahn ist deutlich geworden, daß viele Verkehrsteilnehmer mit einer derartigen Situation überfordert sind. Auch stellt ein Autobahnunfall oder ein auf der Fahrbahn liegendes Hindernis immer eine Extremsituation dar. Dennoch ist unerläßlich: Anhalten, absichern, Hilfe herbeiholen! Wer bei einem Unfall mit Personenschaden keine Hilfe leistet, macht sich strafbar.

Wie absichern? Auf dem Pannenstreifen, das Pannendreieck schwenkend, entge-gen der Fahrtrichtung mindestens 250 Meter gehen und dann das Pannendreieck für die anderen gut sichtbar aufstellen.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit appelliert aus gegebenem Anlaß besonders eindringlich, immer den Gurt zu verwenden. Er alleine kann verhindern, daß ein Fahrzeuginsasse bei einem Unfall aus dem Auto geschleudert wird und möglicherweise auf der Fahrbahn liegen bleibt.

Der Unfall auf der Südautobahn hat in dramatischer Weise gezeigt, daß oft viel zu schnell gefahren wird. Auch auf der Autobahn muß die gefahrene Geschwindigkeit so gewählt werden, daß vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis noch rechtzeitig gestoppt oder ausgewichen werden kann. Das KfV kritisiert die gängige Praxis, auf Autobahnen in der Nacht mit Abblendlicht und Tempo 130 oder mehr zu fahren. Bei diesen Geschwindigkeiten ist die Sichtweite zu gering, um entsprechend reagieren zu können. Man dürfte mit Abblendlicht nicht schneller als 50 km/h fahren. Deshalb: "Angepaßte Geschwindigkeit wählen! (Grips statt Bleifuß.)"

Gegen Temposünder, denen diese Einsicht fehlt und die die Autobahn mit überhöh-ten Geschwindigkeiten mißbrauchen, hilft nur verstärkte Überwachung und bei noto-rischen Schnellfahrern der Punkteführerschein. Durch den Punkteeintrag und den damit drohenden Führerscheinverlust könnten viele Menschenleben gerettet wer-den. Der Punkteführerschein ist eine international als sehr wirksam anerkannte Maßnahme.

RÜCKFRAGEN: KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT / ÖFFENTLICHKEITSARBEIT CHRISTOPHER B. STVARNIK (TEL.: 71 770 - 225; FAX: 71 770 - 5) EMAIL:
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