Österreich: Schlag, Fall und Aufprall auf den Kopf Wien (ÖRK) - Rodelpartien gehören zum "Standardprogramm" jedes Winterurlaubs, beinahe jeder Schiort organisiert sie. Nach einem

zünftigen Hüttenabend geht es abwärts ins Tal. Manchesmal aber endet eine solche Rodelpartie nicht im Tal, sondern schon früher
an irgendeinem Hindernis, z.B. einem Baum. "Der Schädelbasisbruch gehört zu den typischen Verletzungen bei Rodel- und Schiunfällen, aber auch bei Verkehrsunfällen, wenn der Kopf auf die Windschutzscheibe prallt", sagt Dr.Heinz Peter Slatin, Chefarzt
des Österreichischen Roten Kreuzes.

"Verdacht auf Schädelbasisbruch besteht bei Blutaustritt oder Austritt von klarer Flüssigkeit aus dem Ohr, auch wenn es nur einige Tropfen sind. Auch Blutaustritt aus Nase, Mund oder in die Augenhöhlen kann auf einen Schädelbasisbruch hinweisen. Ist der Verletzte zusätzlich ohne Bewußtsein, kann das Gehirn geschädigt sein", so Slatin. Außer der Schädelbasis könnten auch an der Schädelbasis austretende Blutgefäße und Nerven verletzt sein.

Anders der Schädeldachbruch. Slatin: "Eine Verletzung des knöchernen Schädels ist nur dann zu erkennen, wenn sich an der derselben Stelle eine Wunde befindet oder eine Verformung zu sehen ist. Zu achten ist auf eine Wunde im Kopfbereich, sichtbare
Splitter von Knochen, möglichen Gehirnaustritt, Bewußtseinsstörung oder Bewußtlosigkeit. Ein Schlag oder ein Fall auf den Kopf kann aber auch erst später erkennbare Schäden verursachen."

Einem solcherart Verletzten drohen laut Slatin mehrere Gefahren. Liegt der Bewußtlose in Rückenlage, besteht Erstickungsgefahr, bei offenen Schädelverletzungen Infektionsgefahr. Durch Hirnschwellung oder Hirnblutung kann der Hirndruck steigen, was bis zum Kreislaufstillstand führen kann.

"Als Erste Hilfe sind zunächst gegebenenfalls die lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchzuführen", so Slatin. "Dann ohne Druck die Kopfwunde bedecken. Kopf und Oberkörper von Nicht-Bewußtlosen erhöht lagern. Bewußtlose auf die verletzte Seite lagern, außer der Schädel ist eingebrochen oder eingedrückt. In diesem Fall auf die unverletzte Seite legen. Dann weiter Schock bekämpfen und den Notruf absetzen."

Bei jedem typischen Unfall, also Schlag, Fall oder Aufprall auf
den Schädel, kann das Gehirn verletzt werden. Slatin betont: "Nach jedem derartigen Unfall muß der Verletzte, auch wenn er keine Beschwerden hat, zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden."

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9.2.1997

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