Österreich: Vom Nehmen zum Geben - 50 Jahre Österreichisches Jugendrotkreuz Wien (ÖRK) - Während die Städte noch in Trümmern lagen und die

Lebensmittelrationen bei weitem lange nicht den Hunger stillten, begann der Aufbau - und mit ihm die Idee Kinder und Jugendliche
mit humanitären Grundwerten zu konfrontieren sowie sie in der Umsetzung zu begleiten: mit der 1. Bundestagung am 14./15 Februar 1948 konstituierte sich das Österreichische Jugendrotkreuz (ÖJRK).

In den ersten Jahren älebte" die Arbeit des ÖJRK von den Spenden der weltweiten 21 Schwesterorganisationen. Gleich im ersten Jahr konnten 50.000 äGiftboxes" (Toilette- und Schulartikel, Spielzeug etc.) des Amerikanischen Jugendrotkreuzes an die österreichischen Schüler weitergegeben werden. Im Sinne einer äHilfs- und Erziehungsgemeinschaft", so der damalige Wortlaut, hatte das Jugendrotkreuz die bestmögliche Betreuung aller Kinder- und Jugendlichen zum Ziel. Eines der ersten großen Themen war der äKampf um die Gesundheit". Einerseits wurden Obstaktionen durchgeführt, die in Anbetracht der krassen Unterernährung den Vitaminbedarf decken sollten (60% der Kinder in beträchtlichem Ausmaß unterernährt); andererseits der Versuch unternommen, mit einem Gesundheitsspiel zur Einhaltung einfacher hygienischer Lebensvorschriften zu motivieren (20% besaßen keine eigene Zahnbürste, knapp 25% lebten gemeinsam mit Tuberkolosekranken).

Mit dem gesellschaftlichen Wandel vergrößerte sich parallel zum Bedarfs- auch der Arbeitsbereich. Heute zählt das Jugendrotkreuz zur größten ägebenden" humanitären Kinder- und Jugendorganisation Österreichs mit internationalem Tätigkeitsfeld.
Von der Katastrophenhilfe, der Versendung von JRK-Schulkisten
(rund 100 pro Jahr) und JRK-Katastrophensäckchen (bis zu 4.000 jährlich), über Publikationen wie Lehrbehelfe, Schülerzeitschriften oder Jugendmagazine (Spatenpost, Kleines
Volk, JÖ, Topic) bis zum Kurswesen (Erste Hilfe, Mutterkind, Krankenpflege, Rettungsschwimmen) und den mittlerweile traditionellen Therapieferien für rheuma- und asthmakranke sowie körperbehinderte Kinder und Jugendliche.
Das jährlich rund 25 Millionen Schilling umfassende Spendenaufkommen verteilt sich wie folgt: 15% auf Katastrophenvorsorge, 12% für Erhohlungs- und Therapielager, 6%
auf Entwicklungshilfe, 22% auf die Ausbildung von LehrerInnen und SchülerInnen u.a. in erster Hilfe, 8% für Soforthilfemaßnahmen in Österreich, knapp 7% im Ausland, 6% für Katastrophenhilfe im Ausland und 9% auf Einsatzfahrzeuge und Rettungsgeräte für das Rote Kreuz.

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9.2.1998

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