AK: Nettig interpretiert Wirklichkeit um

Zahl der arbeitsrechtlichen Beratungsfälle ist bei AK und ÖGB steigend

Wien (OTS) - Als Verzerrung der Wirklichkeit bezeichnet der
Leiter des Sozialbereiches der AK Wien, Mag Georg Ziniel, die Aussagen von Wirtschaftskammer-Präsident Nettig in einer gestrigen Fernsehsendung. Nettig führte die steigenden Rechtsberatungsfälle in der AK auf wenige "schwarze Schafe" in der Wirtschaft und auf eine vermeintliche Konkurrenz zwischen AK und Gewerkschaftsbund zurück. Ziniel: "Nettig interpretiert damit die Wirklichkeit um. Der Bedarf an Rechtsberatung und Unterstützung ist auch bei den Gewerkschaften steigend. Die Arbeitnehmer sind unabhängig von der Betriebsgröße zunehmend der Kürzung oder Vorenthaltung ihrer lohn-und arbeitsrechtlichen Ansprüche ausgesetzt." ****

Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund ergänzen sich auf dem Gebiet der Rechtsberatung, so Ziniel. Während die Gewerkschaften die Rechtsberatung der organisiserten Arbeitnehmer wahrnimmt, hat die Arbeiterkammer auch all jene, 95 Prozent aller Fälle, zu vertreten, die in nichtorganisierten Betrieben arbeiten.

Beratungen auch bei Gewerkschaften steigend
Auch die Gewerkschaften sind mit einer steigenden Nachfrage nach Rechtsberatung konfrontiert, weiß der stellvertretende AK-Direktor. So verzeichnen etwa die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst ebenso alarmierende Zuwächse wie die Gewerkschaft Metall - Bergbau - Energie, die um den Bedarf abzudecken, bereits Abendberatungen anbieten muß. Gleiches gilt auch für den Bereich Handel, wo die Rechte der Arbeitnehmer zum Teil mit Füßen getreten werden. Für Ziniel ein deutlicher Hinweis, daß es nicht nur einzelne "schwarze Schafe" - wie Nettig es formulierte - unter den Unternehmen gibt, sondern tatsächlich der Druck am Arbeitsmarkt zunimmt und die Unternehmen dies zu
Kürzungen bei den Löhnen und sozialen Ansprüchen nützen.

AK und ÖGB sind, wenn dies für die betroffenen Arbeitnehmer von Vorteil ist, zur Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bereit. Auf
eine telefonische Rückfrage unter der von Präsident Nettig als installiert bezeichneten Hotline zeigten sich die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer allerdings als noch nicht darüber informiert.

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