Wiener Gebietskrankenkasse fordert Aufhebung der Monopolstellung der Zahnärzte bei Zahnkronen

Durch überhöhte Preise bei den niedergelassenen Zahnbehandlern flüchten viele Patienten ins Ausland

Wien (OTS) - Bei einem Österreichischen Zahnärztekongreß wurde von Experten der Ärztekammer die Behauptung aufgestellt, daß durch Behandlungsmethoden, die die Versicherten der Österreichischen Krankenkassen im benachbarten Ausland (Reformstaaten) in Anspruch nehmen, den Krankenkassen ein Schaden in der Höhe von 1 Milliarde Schilling jährlich erwächst, da die Leistungen von diesen ausländischen Zahnbehandlern nur sehr ungenügend erfolgen.

Diese Aussage möchte der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, sozialpolitisch revidieren.

Der Grund, warum Versicherte bei Zahnbehandlungen in das Ausland flüchten, sind die starküberhöhten Preise der niedergelassenen Zahnärzte. In Wien werden den Patienten für festsitzende Zahnkronen pro Zahnkrone 9.000 S bis 12.000 S verrechnet. Die Wiener Gebietskrankenkasse hat nach eigenen Untersuchungen folgende Kosten errechnet, und zwar, Preise zwischen 4.300 S (Kliniktarif) bis 5.900 S (Kassentarif), wobei bei diesen Tarifen bereits Gewinne einkalkuliert sind.

Laut Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz ist es den Krankenkassen in Österreich derzeit nicht erlaubt, festsitzenden Zahnersatz den Versicherten zu sozial verträglichen Preisen anzubieten. In diesem Bereich hat die Standesvertretung der Ärzte eine absolute Monopolstellung. An diesem Beispiel ist klar erkennbar, daß die Flucht der Versicherten in das kostengünstigere - leider oft qualitativ nicht gleichwertige - Ausland durch eine überhöhte Preispolitik der Zahnärzte selbst hervorgerufen wird.

Aus sozialpolitischer Erwägung fordert der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse die Gesetzgebung auf, in der 55. Novelle zum Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz die gesetzliche Monopolstellung der Zahnärzte aufzuheben. Außerdem wird die WGKK versuchen, im Rahmen der derzeit unbefriedigenden Gesetzeslage den sozial schwächeren Versicherten diese Lösung trotzdem anzubieten, da das ASVG vom Maß des Notwendigen ausgeht.

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