VLADYKA : 5.000 SOLLEN OHNE SOZIALE ABSICHERUNG HERHALTEN

Kinderbetreuungsproblem und Beschäftigung von ÖVP nicht ganz erfaßt

St. Pölten (SPI) Wir brauchen in Niederösterreich dringend bedarfsgerechte Kinderbetreuungseinrichtungen, deren
Öffnungszeiten der Realität in der Arbeitswelt entsprechen und gleichzeitig den Kindern eine bestmögliche Betreuung und Bildung gewährleisten. Dabei bieten sich auch Beschäftigungsmöglichkeiten für jene jungen Frauen und Mädchen, die sich jahrelang genau auf diese Aufgabe vorbereitet haben - nämlich unsere Kindergärtnerinnen, von denen hunderte eine Beschäftigung suchen. Geht es nach Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop, soll
die Kinderbetreuung in Zukunft zu rund 3/4 nicht von den Bestausgebildeten, sondern von eingeschulten Tagesmüttern übernommen werden, kritisierte Freitag SPÖ-Landtagsabgeordnete Christa Vladyka. "Denn während Prokop ganze 1.300 zusätzliche Arbeitsplätze im Betreuungsbereich schaffen will, sollen 5.000 Frauen ohne sozialrechtliche Absicherung herhalten und die Aufgabe übernehmen", kritisierte Vladyka.

Damit würde nicht nur die Wahlfreiheit der Eltern
hinsichtlich der Betreuungsform massiv eingeschränkt, sondern die Beschäftigungsmöglichkeit junger Frauen und Mütter überhaupt. "Wenn es in weit über 15 Jahren nicht gelungen ist, wenigstens 1.400 Tagesmütter zu organisieren, kann man sich ausrechnen, wie realistisch 5.000 zusätzliche innerhalb von 5 Jahren sind. Mit diesen lachhaften Versprechen ist niemand gedient und die Empörung der ÖGB-Frauen vollkommen verständlich", hob die SPÖ-Landtagabgeordnete hervor. Um im Interesse der Frauen beschäftigunsgwirksam zu sein, müssen die Tagesmütter sozial- und pensionsversichtert werden und einheitliche Kriterien hinsichtlich der Ausbildung definiert werden, wie die Ministerinnen Prammer und Hostasch bereits gefordert und mit einem EU-Projekt eingeleitet haben, erinnerte Vladyka.

Jene Eltern, die die persönlichere Betreuung durch die Tagesmütter bevorzugen, haben nicht mehr und nicht weniger Recht darauf, als jene, die die Förderung und Bildung ihrer Kinder durch bestaugebildete Kindergärtnerinnen und die Sicherheit des jahrzehntelang bewährten NÖ-Kindergartensystems bevorzugen, stellte die SPÖ-Landtagsabgeordnete klar. "Aber alle Eltern zusammen haben ein Recht auf ein bedarfsgerechtes Kinderbetreuungsangebot, daß sich nicht in haltlosen Versprechen erschöpfen darf. 5.000 in 5 Jahren sind 1.000 pro Jahr oder knapp 85 pro Monat. Prokop schuldet den Arbeitnehmerinnen damit bereits 170 neue Tagesmütter für Jänner und Februar 1998", schloß Vladyka. (Schluß)nk

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