Vergleich Vitamin A - Contergan falsch

Frankfurt/M. (OTS) - Bei der Einnahme von sogenannten
Retinoiden muß eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Das Vitamin A selbst bleibt in begrenzter Dosis für Schwangere ohne unerwünschte Folgen.

Schwangere oder Frauen, die sich ein Kind wünschen, können aufatmen: Die jüngste Schreckensmeldung, daß Vitamin A genauso gefährlich sei wie Contergan, ist sachlich falsch. Das bestätigte auch der zweite Vorsitzende der Arzneimittelkommission, Prof. Dr. Dietrich Höffler, gegenüber dem Arbeitskreis Ernährungs- und Vitamin-Information e.V. (evi). Eine Frau darf nur dann keinesfalls schwanger sein oder werden, wenn sie gerade ein Arzneimittel einnimmt, das ein sogenanntes Retinoid als Wirksubstanz enthält. Retinoide sind sogenannte Derivate, d.h. Abkömmlinge von Vitamin A. Das bedeutendste Retinoid in der Medizin ist die Retinsäure, mit der schwere Akne therapiert wird. Arzneimittel mit Retinsäure sind, wie alle Vitamin-A-Derivate, verschreibungspflichtig und dürfen nur unter strenger ärztlicher Kontrolle angewandt werden.

Das Vitamin A selbst ist in begrenzter Menge für den normalen Verlauf einer Schwangerschaft notwendig und für das Ungeborene unbedenklich. Dem wird bei handelsüblichen Vitamin-A-Produkten Rechnung getragen. Wenige verschreibungspflichtige Präparate, die bei schweren Krankheiten zum Einsatz kommen, können höher dosiert sein. Die außerhalb der Apotheke erhältlichen Multivitamin-Präparate sind in aller Regel frei von Vitamin A. Multivitamin-Präparate aus der Apotheke können Vitamin A enthalten, jedoch nur in einer auch für Schwangere sicheren Dosis. Ärzte und Apotheker kennen sich mit diesen Dosierungen aus und können sicherstellen, daß schwangere Frauen und Frauen mit Kinderwunsch nur soviel Vitamin A aufnehmen, daß sie -besonders am Anfang der Schwangerschaft - im Rahmen der zur Zeit gültigen Sicherheitsgrenzen bleiben. Die Fachleute wissen nämlich, daß auch ein Zuwenig an Vitamin A gerade gegen Ende der Schwangerschaft das noch ungeborene Kind schädigen kann.

Die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Vitamin A und seinen Derivaten sind der Fachwelt schon lange bekannt. Neu ist lediglich der in die Öffentlichkeit getragene überzogene Vergleich zwischen Vitamin A und Contergan. Fakten, die der Wissenschaft zu Retinoiden vorliegen, wurden mißverstanden.

ots Originaltext: Arbeitskreis Ernährungs- und Vitamin-Information e.V. (evi) Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

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