Zeiler: "Entscheide noch im Februar über Wiederkandidatur." Vorausmeldung zu NEWS Nr. 6/5.2.1998

ÖVP kündigt Gegenkandidaten gegen Zeiler an. Ex-ORF-Intendant Johannes Kunz als möglicher blau-schwarzer Kompromißkandidat

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem heute erscheinenden Nachrichtenmagazin News kündigt ORF-Generalintendant Gerhard Zeiler an, noch im Februar über eine eventuelle Wiederkandidatur zu entscheiden. Sein ursprünglicher Plan, sich erst nach Ostern zu erklären, hätte den Wahlkampf verkürzt, aber: "Das ist jetzt aufgrund der Statements der ÖVP und des neuen FP-Kurators Doucha nur mehr schwer möglich." Zeiler weiter: "Ich war bis vor kurzem davon überzeugt, daß der Affenzirkus nur mehr größer wird, wenn ich mich erkläre. Aber ich überlege sehr ernsthaft, ob ich meine Entscheidung schon in den nächsten Wochen mitteile."

Die Entscheidung würde in keinem Fall leicht fallen. Zeiler: "Mein Herz hängt am ORF - aber ich muß auch eine Kopfentscheidung fällen. Muß ich mehr sagen?" Zeiler werde jedenfalls "diejenigen, die mich mit politischen Tricks weghaben wollen - und da gibt es einige -, diesen Gefallen sicher nicht tun". Sein "Arbeitsleid" sei "keine politische Kategorie". Die Umwandlung des ORF in eine AG sei keine Bedingung für seinen Verbleib mehr. Zeiler: "Bis vor einem Jahr war die AG noch der politische Wunsch der ÖVP. Wenn man heute sagt, wir erreichen das Ziel, den ORF wettbewerbsfähig zu machen, nicht durch eine AG, sondern durch ein neues Rundfunkgesetz, akzeptiere ich auch jede andere Lösung."

ÖVP-Mediensprecher Wilhelm Molterer kündigt hingegen im News-Interview einen Gegenkandidaten gegen Gerhard Zeiler an. Molterer: "Ich gehe davon aus, daß es mehr als einen Bewerber geben wird."

Als möglicher Überraschungskandidat wird von der FPÖ der ehemalige Kreisky-Sekretär und ORF-Informationsintendant Johannes Kunz ins Spiel gebracht. Vor allem der neue FP-Kurator Doucha hält Kunz als schwarz-blauen Kompromißkandidaten für geeignet.

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