Staatsoper: Nitsch inszeniert "Parsifal"

Opern-Chef Holender im News Interview über seine Pläne: Keine Verträge für Pavarotti und Carreras, neue Wagner-Produktionen, Haußmann nicht an der Oper

Wien (OTS) - Staatsoperndirektor Ioan Holender, dessen Vertrag offenbar bis 2005 verlängert wird, läßt in einem Interview mit der morgen (Donnerstag) erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazines News für die kommenden sieben Jahre Aufsehenerregendes wissen:

Im Sinne der Erneuerung des Repertoires werden drei Hauptwerke Wagners neuinszeniert, nämlich "Der fliegende Holländer", "Tristan" und "Parsifal". Letztgenanntes Werk wird, so Holender zu News, von Hermann Nitsch "mit einem wichtigen neuen Dirigenten" erarbeitet werden.

Von den drei Show-Tenören hat, so Holender in News, in der nächsten Saison nur noch Placido Domingo (er singt u.a. die Neueinstudierung von "Pique Dame") einen Staatsopern-Vertrag.

Regie-Yuppie Leader Haußmann, der Lehars "Lustige Witwe" und Mozarts "Zauberflöte" inszenieren sollte, wurde von Holender nach einer debakulösen Münchner "Fledermaus" ausgeladen. Nach News-Information will Haußmann den Rechtsweg beschreiten. Holender zur Causa: "Ich schätze Haußmann sehr, aber es gibt Entwicklungen in einem Künstlerleben, die Schritte nötig machen. Es gibt auch eine Art der Vorbereitung auf eine Produktion, die an konstruktiver Arbeit vorbeizielt. Gewisse Vorzeiten müssen beachtet werden, und es dürfen nicht alle vorgesehenen Sänger und Schauspieler vor der Regie davonlaufen."

Über Ersatzregisseure verbreitete sich Holender noch nicht konkret. "Ich kann aber sagen, daß einer meiner ganz großen Wünsche für dieses Haus Peter Stein betrifft. Wir sind in ständigem Gespräch."

Das Zerwürfnis mit Gerard Mortier, dem Intendanten der Salzburger Festspiele, betrachtet Holender als beendet. "Ich kenne und schätze ihn seit langem und bewundere vieles, was er tut. Aber wenn jemand von solcher Wichtigkeit die Staatsoper angreift, muß ich reagieren. Agiert hat ja immer er, erfreulicherwiese allerdings seit längerem nicht mehr."

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