Reaktionen auf NEWS-Enthüllung über Doppelbezug von Bundespräsident Thomas Klestil

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 6/5.2.1998 Kritik auch nach Verzicht. Grüne Stoisits und Liberale Schmidt: Klestil hätte bereits nach der Überweisung Aktiv werden und Doppelbezug stoppen müssen

Wien (OTS) - Der News-Bericht über den Doppelbezug von Bundespräsident Thomas Klestil sorgt weiter für heftige Reaktionen. Klestil hatte zwar noch gestern, Dienstag, als er von News mit den Fakten (der Präsident bezieht seit Anfang des Jahres eine Pension neben seines Aktivbezuges auch eine Pension als Außenamtsbeamter) konfrontiert wurde, seinen Verzicht erklärt - dennoch wird Kritik am späten Zeitpunkt laut. Klestil war nämlich schon vor Wochen per Bescheid von seinem Pensionsanspruch verständigt worden und hatte bereits am 20. Jänner ein Akonto in der Höhe von 26.000 Schilling auf seine Beamtenpension in der Höhe von 67.000 Schilling brutto überwiesen bekommen.

Die Grüne Abgeordnete Terezija Stoisits: "Klestil hätte sofort aufschreien müssen, als er den Bescheid erhalten hat, spätestens aber, als sich die Überweisung auf seinem Konto fand. Offensichtlich hätte Klestil ohne den öffentlichen Druck diese Pension still und heimlich weiter kassiert. Die stärkste Kontrolle braucht offenbar der Bundespräsident selbst".

Auch Klestils Gegenkandidatin um die Präsidentschaft LiF-Chefin Heide Schmidt übt Kritik: "Es ist bemerkenswert, daß es der Recherchen von News bedurfte, damit der Bundespräsident erkennt, daß er auf seine Beamtenpension verzichten soll".

Nur FPÖ-Chef Jörd Haider nimmt Klestil in Schutz: "Ich amüsiere mich köstlich und vermutet, daß bei der Überweisung der Beamtenpension die Poltiik mitgespielt hat, um Klestil eins auszuwischen.

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