AK: Heimliche Benzinpreiserhöhung völlig unbegründet

Nettopreise liegen in Österreich noch immer um 70 Groschen über EU Durchschnitt

Wien (OTS) - Die jüngste klammheimliche Benzinpreiserhöhung der OMV kritisiert die AK als "Brüskierung der Kunden". Seit Oktober '97 sind die Produktennotierungen und die Rohölpreise bereinigt um den Dollarkurs für Normalbenzin um 16 Prozent gesunken. Eine aktuelle Wiener Benzinpreis-Erhebung der AK zeigt aber, daß die
von der OMV Ende Jänner ankgekündigte Treibstoff-Preissenkung von einem Großteil ihrer Tankstellen nicht weitergegeben wurde. Für eine Preiserhöhung gibt es anscheinend immer und über Nacht Gründe, Preissenkungen hingegen werden nur sehr zögerlich oder gar nicht weitergegeben, kritisiert die AK. *****

Die AK verurteilt die gestern von der OMV angekündigte Preiserhöhung für Treibstoffe aufs Schärfste. Aus einer AK Benzinpreis-Erhebung für 160 Wiener Tankstellen zwischen 26. und 28. Jänner geht hervor, daß die OMV an den Großteil ihrer Tankstellen die Preise trotz Ende Jänner angekündigter Senkung nicht verbilligt hatte. Die OMV wollte ab 27.1. Super plus, Eurosuper und Diesel um 15 Groschen verbilligen sowie Normalbenzin um 10 Groschen je Liter. Reduziert haben jedoch nur jene OMV Tankstellen, die ihre Treibstoffe zu Höchstpreisen verkauften, so die AK Analyse.

Nettopreise sind spitze
Obwohl die Produktennotierungen in Rotterdam und das Rohöl bereinigt um den Dollarkurs von Ende Oktober '97 bis Ende Jänner '98 für Normalbenzin um 16 Prozent sanken, für Diesel um 15 Prozent und für Rohöl um 16 Prozent, wurden die Treibstoffe nicht im annähernd gleichen Ausmaß verbilligt: Die AK Untersuchung zeigt, daß die Durchschnittspreise für Normalbenzin Ende Oktober 11,14 Schilling pro Liter ausmachten, Ende Jänner 10,96 Schilling pro Liter. Benzin wurde also nur um 1,6 Prozent billiger für die Konsumenten. Super plus wurde um 2,1 Prozent günstiger: Zahlten Konsumenten Ende Oktober noch 12,12 Schilling pro Liter, so
bekamen sie es Ende Jänner um 11,86 Schilling pro Liter. Eurosuper wurde um 1,5 Prozent günstiger, und war ab Ende Jänner um 11,17 Schilling pro Liter zu erhalten.

Die AK Erhebung zeigt ferner, daß sich die Anzahl der Tankstellen, die den häufigsten Preis verlangen, ebenfalls erhöht hat: Knapp 22 Prozent der Wiener Tankstellen verkauften Ende Jänner Super plus
um 12,10 Schilling pro Liter. Im Vergleich dazu waren es Ende Oktober 12 Prozent, die den Liter um 11,93 Schilling abgaben. Auch für Normalbenzin verlangten Ende Jänner 15 Prozent der Tankstellen an 11,25 Schilling pro Liter, Ende Oktober kostete es 10,93 Schilling pro Liter an 11 Prozent der Wiener Tankstellen.

Die AK bekräftigt erneut ihre Forderung nach Senkung der in Österreich weit überhöhten Nettopreise auf EU Niveau. Eurosuper ist um mindestens 70 Groschen pro Liter und Diesel um 80 Groschen pro Liter teuerer als im EU-Durchschnitt. Überdies wurde beim Benzingipfel Ende September '97 ausgehandelt, daß bis Jahresende 1997 eine Branchenuntersuchung ergründen soll, warum in Österreich die Benzinpreise über dem EU-Durchschnitt liegen, und wie eine Angleichung an das EU-Niveau möglich ist. Bundesminister Farnleitner hat bis jetzt noch nicht bekanntgegeben, wann und bei wem er diese Analyse in Auftrag gegeben hat.

Anscheinend beeindrucken die Rekordgewinne der OMV für 1997 den Wirtschaftsminister in keiner Weise. Da der Wirtschaftsminister
seit einiger Zeit zur Benzinpreisproblematik nichts von sich hören läßt, dürften die Treibstoffpreise als Standortfaktor nicht sein Thema sein. Es scheint, daß nur den Posttarifen seine ganze Aufmerksamkeit gilt.

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677

AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW