AK: Starke österreichische Unternehmenskerne sichern

Wien (OTS) - Damit Österreich in ein paar Jahren nicht zu den Verlierern der Globalisierung zählt, müssen wertschöpfungsintensive Unternehmenskerne, also jene mit hoher Entscheidungs- und Investitionsverantwortung, in Österreich bleiben, verlangt die AK. Das geht auch aus der heute, Mittwoch,
von IHS und AMC Management Consulting GembH präsentierten Studie zum Auslandseigentum in der österreichischen Industrie hervor.
Auch die Studie zeigt die strategische Bedeutung des Forschungs-
und Technologieentwicklungs-Potetials und macht die vorhandenen Innovationsdefizite deutlich.****

Der Einfluß von Auslandseigtum in der österreichischen Industrie ist auf das Forschungs- und Technologieentwicklungs-Potential
(FTE) hoch und hat in den 90er Jahren stark zugenommen, zeigt die heute vorgestellte Studie des Instituts für Höhere Studie und der AMC-Management Consultin GmbH. Angesichts der vorhandenen Innovationsdefizite bei weiteren Privatisierungen von österreichischen Großunternehmen in wichtigen Bereichen wie Verkehr, Energie und Kommunkation, muß die Problematik des strategischen Eigentums an Unternehmen berücksichtigt werden.
Damit kommt diese Studie zum gleichen Ergebnis wie die AK, die bereits vor einem Jahr der Bundesregierung ein Memorandum übermittelt, in dem der Erhalt von strategischem Eigentum und die Sicherung von Arbeitsplätzen in Österreich gefordert wird.

Strategische Wertschöpfung bleibt im Land
Multinationale Konzerne behalten überlichweise ihre wertschöpfungsintensiven Unternehmensbereiche, wie Spitzenmanagment, Planung, Forschung und Entwicklung, im Land der Muttergesellschaft. Und die Konzernspitze ist meist im Land der dominierenden Eigentümer angesiedelt. Das bedeutet, daß bei der Übernahme eines bisher im inländischen Besitz stehenden selbständigen Unternehmens durch ausländische Eigentümer das Risiko des Verlustes an "strategischer" Wertschöpfung an die Muttergesellschaft besteht. Davon sind meist höherqualifizierte Arbeitsplätze im Unternehmen selbst sowie auch in anderen
Bereichen betroffen, und der Wirtschaftsstandort verliert
insgesamt an Qualität und Attraktivität.

Für die AK ist die Erhaltung starker Industriekerne wesentlich dafür, daß ein Land nicht zum Globalisierungsverlierer wird. Daher ist es dringend erforderlich, wichtige Industrien und sonstige Schlüsselsektoren - Energiewirtschaft, Telekommunikation, Großbanken - nicht abzuverkaufen, fordert die AK. In Österreich fehlen jedoch private Großinvestoren bzw institutionelle
Investoren mit der Bereitschaft, langfristige strategische Eigentümerfunktionen auszuüben.

Die AK schlägt im Zusammenhang mit den kommenden Privatisierungen folgende Maßnahmen vor:
+ Sicherung strategischer Unternehmenskerne unter Miteinbeziehung von Banken, der privaten Industrie und institutionellen Investoren in Österreich.
+ Die Umwandlung der ÖIAG von einer reinen Privatisierungs- bzw Finanzholding in eine Beteiligungsgesellschaft.

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677

AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW