Klestilsprecher Muliar ?

Die heutige Ausgabe der Zeitung DIE PRESSE meldet, daß die Präsidentschaftskanzlei meint, Professor Muliar sei in der 3sat Sendung "Drei Länder - ein Thema" am Mittwoch, den 28. Jänner 1998, nicht als Klestilsprecher aufgetreten. Tatsache ist aber, daß der Schauspieler Muliar bereits zweimal zu Fernsehdiskussionen gekommen ist, nachdem Dr. Klestil eingeladen wurde. Erstmals war das bei der ORF-Sendung "Zur Sache" am 16.November 1997 der Fall und jetzt neuerlich bei der 3sat-Sendung am 28. Jänner 1998.

In der Sendung "Zur Sache" am 16. November 1997 forderte Heide Schmidt Thomas Klestil auf, seine Position zur eventuellen Beauftragung Dr. Haider´s als Kanzler klarzustellen. Vor fünf Jahren habe er diese Frage noch mit Ja beantwortet. Klestilsprecher Muliar kündigte daraufhin in dieser Sendung an, er werde den Bundespräsidenten um eine klare Stellungnahme bitten. Nachdem keine Stellungnahme Klestils bekannt wurde, hat Baumeister LUGNER Muliar in der 3sat Sendung an sein Versprechen erinnert, Muliar bestätigte, daß er mit Klestil gesprochen habe und erzählte die Aussage Klestils:
"... ich glaube nicht, daß der Dr. Klestil, und das hat er mir auch so gesagt, etwas unterschreiben würde, was dem Ruf Österreichs im Ausland schaden könnte, und ich denke, eine Regierung Haider könnte würde sogar im Ausland kein gutes Bild unseres Landes" (Ende der Antwort Muliar)

Es ist also festzuhalten, daß der österreichische Bundespräsident einen Schauspieler auftreten läßt, um wichtige politische Aussagen zu formulieren. So hat die Präsidentschaftskanzlei zuletzt dem St. Pöltner Diözesansekretär Günter Kienböck vorgeschlagen, einen "Vertreter" des Herrn Bundespräsidenten zur Kadidaten-Diskussion bei der Katholischen Arbeiterjugend in St. Pölten am 18. März 1998 zu senden.

Der Herr Bundespräsident bedient sich also zweier bekannter Herren, um zu sprechen: Ein Altbürgermeister tritt auf, wenns laut sein soll, ein Schauspieler tritt auf, wenn Darstellung angebracht scheint.

DAMIT DAS ANDERS WIRD: LUGNER

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