NÖ-Grüne: Schlechtes Zeugnis für niederösterreichischen Naturschutz.

WEINZINGER: "Kulturlandschaft bedroht durch Großprojekte und Kommassierungen."

wien (OTS) - Ein schlechtes Zeugnis für den Naturschutz stellte heute Grünpolitikerin Brigid WEINZINGER dem Land Niederösterreich aus. "Obwohl Niederösterreich mit Hainburg - und das nicht zuletzt durch die Umweltbewegung - über ein Vorreiterprojekt im Naturschutz verfügt, weist das flächengrößte österreichische Bundesland nicht zu übersehbare Mängel bei Landschafts- und Naturschutzgebieten auf." Eine besondere Bedrohung geht für WEINZINGER von Großprojekten, wie z.B. der geplanten Ebreichsdorfer Kugel und den verhältnismäßig intensiven Kommassierungen aus. "Im bundesweiten Vergleich weist Niederösterreich seit Jahren die höchste Zahl an Flächenzusammenlegungen und Flurbereinigungen auf," kritisiert die Grünpolitikerin. Bis 1995 wurden in NÖ rund 466.000 Hektar Land zusammengelegt, in Oberösterreich, das österreichweit an zweiter Stelle liegt, dagegen nur knapp 190.000 Hektar. Ähnliche Verhältnisse liegen bei den Flurbereinigungen vor. (Quelle: BMLF) "Durch das "systematisch" Ausräumen von Hecken, Kleinstrukturen, Feldrainen und ökologisch bedeutsamen Feuchtgebieten wird die gesamte alte Kulturlandschaft und der Lebensraum zahlreicher bereits gefährdeter Tierarten zerstört," betont WEINZINGER weiter. Besonders betroffen sei das Waldviertel. In den letzten Wochen sorgte im Bezirk Gmünd die geplante Umwidmung der "Storchenwiese" von Grün- in Bauland und die damit verbundene Flurbereinigung für Emotionen unter den Naturschützern. "Zur Schaffung von immer größeren landwirtschaftlichen Nutzungsflächen wird der Naturschutz einfach hintan gestellt," kritisiert WEINZINGER und fordert endlich eine Novellierung des NÖ-Flurverfassungslandesgesetzes, das Landeshauptmann Pröll schon seit längerem in Aussicht stellt. "Wir fordern die Änderung des Gesetzes hin zu mehr Ökologie und eine konsequente Reduzierung der Flurbereinigungen," so WEINZINGER. Kritik übt die Grün- politikerin auch an der Agrarbezirksbehörde, die längst überholt sei. "Einerseits fördere die ABB die Errichtung einer monotonen und maschinengerechten Landschaft, andererseits erhielten die Bauern mittlerweile von der EU im Rahmen der ÖPUL Subventionen für das genaue Gegenteil - nämlich die Erhaltung der Kleinstrukturen," schließt WEINZINGER.

Im Bereich der Naturräume liegt Niederösterreich mit etwa 25 % Schutzgebieten insgesamt unter dem Österreich-Durchschnitt von rund 31 %. In Bezug auf Naturparks, Landschaftsschutzgebieten, Nationalparks und Pflanzenschutzgebieten u.ö. schneiden die Bezirke Krems, Scheibbs, Baden und Neunkirchen am besten ab. Als mangelhaft wird die Situation in Mistelbach, Korneuburg, und St. Pölten beurteilt. Schlußlicht ist Hollabrunn. (Quelle: Grüner Lebensqualitätskataster)

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