Naturschutzgebiet Rothwald III wird errichtet

1.152 Hektar des Urwaldrestes geschützt

St.Pölten (NLK) - Der Rothwald im Bezirk Scheibbs gilt als schönster und größter Urwaldrest Mitteleuropas: Bereits 1942 wurden 277 Hektar Wald zum Naturschutzgebiet erklärt. Zur Verbindung des "Großen Urwaldes" mit dem "Kleinen Urwald" wurde 1988 über den vom Windwurf betroffenen Wirtschaftswald entlang des Moderbaches das Naturschutzgebiet "Rothwald II" geschaffen. Damit wurden weitere 299 Hektar unter Naturschutz gestellt. Die NÖ Landesregierung beschloß nun in ihrer letzten Sitzung, das Naturschutzgebiet "Rothwald III" zu errichten: So werden weitere
576 Hektar Naturschutzgebiet. "Damit sind nun mit 1.152 Hektar die bedeutendsten Teile des Waldes geschützt, weil auch randlich gelegene, bisher nicht geschützte Urwaldreste dauerhaft gesichert werden können", erklärte heute Landesrat Ewald Wagner. Insbesondere die Hochlagenwälder im Bereich "Teufelsmäuer", "Bärwiesboden" und das "Lueg", ein ausgeprägtes Kar nördlich des Dürrenstein-Gipfels, seien durch großen Artenreichtum, Vorkommen seltener oder bedrohter Arten und wegen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung in hohem Maße schutzwürdig. Durch völlige Außernutzungsstellung der zehn Hektar großen, nicht aufgearbeiteten Windwurffläche "Edelwies" kann die natürliche Wiederbewaldung wissenschaftlich erfaßt werden. "Damit ist der gesamte Teil des Rothwaldes, der bisher nie forstwirtschaftlich genutzt wurde, als Naturschutzgebiet für die nachfolgenden Generationen gesichert", freute sich Wagner. Die Errichtung des Naturschutzgebietes "Rothwald III" sei ein gelungenes Beispiel für den behördlichen Naturschutz. In Zukunft sollte es möglich sein, den behördlichen Naturschutz mit dem privaten Vertragsnaturschutz zu verbinden.

Das Naturschutzgebiet Rothwald III weist ursprüngliche Bergmischwälder auf, bietet ein Refugium für Spechte, Waldhühner und Greifvögel und ist ein alpines Bergreservat für die gefährdete, totholzbewohnende Flora und Fauna wie Pilze, Käfer und auch der Specht.

Die Kosten für die Erweiterung des Naturschutzgebietes belaufen sich auf rund 90 Millionen Schilling und werden teilweise aus dem LIFE-Topf der EU und einer Konfinanzierung zwischen Bund und Land Niederösterreich aufgebracht.

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