Weißstorch "verbindet" Österreichs und Kenias Naturschutz

Lebensräume auf zwei Kontinenten durch Ramsar-Abkommen geschützt - Welttag der Feuchtgebiete am 2. Feber

Wien (OTS) - Auf zwei Kontinenten ist der Weißstorch "zu
Hause": in Mitteleuropa und in Afrika. Und auf beiden Kontinenten sollen die Lebensräume des schwarz-weißen Zugvogels durch gemeinsame Anstrengungen geschützt werden. Eine entsprechende internationale Naturschutz-Partnerschaft mit Kenia haben jetzt das Umweltministerium und das Land Steiermark gestartet. Sie steht
unter der Schirmherrschaft des internationalen Ramsar-Abkommens
zum Schutz von Feuchtgebieten, in dessen Rahmen am 2. Feber auch
der jährliche Welttag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day) begangen wird.

Vergleichbare europäisch-afrikanische Partnerschaften im Naturschutz gibt es bislang nur zwischen Frankreich und dem
Senegal. Die fachlichen Kriterien dafür legt das Büro der Ramsar-Konvention fest, die auch die Naturschutzorganisationen oder -behörden aus den verschiedenen Kontinenten zusammenbringt. Bei der steirisch-kenianischen Kooperation werden beispielsweise
Erfahrungen über Schutzprogramme oder Erhaltungsmaßnahmen ("Managementpläne") ausgetauscht. Das können beispielsweise die Anpachtung von feuchten Wiesen oder Landschaftspflegeverträge mit Bauern sein. Auf diese Weise sollen Flächen, die dem Weißstorch als Lebens- und Brutraum dienen, erhalten werden.

Ramsar-Konvention verpflichtet zu besonderen Schutzmaßnahmen

Das am 2. Feber 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnete Feuchtgebietsabkommen war ursprünglich nur zum Schutz von Rastplätzen für Zugvögel gedacht. Mittlerweile hat es sich zu einem allgemeinen Vertragswerk zum Schutz von Feuchtgebieten entwickelt. Die 106 Unterzeichnerländer verpflichten sich, Flächen von internationaler Bedeutung durch besondere Anstrengungen zu erhalten. Weltweit gibt es derzeit 896 Ramsar-Gebiete mit einer Gesamtfläche von 67 Millionen Hektar.

Österreich ist der Konvention 1982 beigetreten und hat bisher neun Feuchtgebiete nominiert: den Neusiedler See mit dem Seewinkel (Burgenland), die Donau-March-Auen (Niederösterreich), die Untere Lobau (Wien), die Stauseen am Unteren Inn (Oberösterreich), das Rheindelta am Bodensee (Vorarlberg), das Sablatnig-Moor (Kärnten), das Pürgschachen-Moor (Steiermark), das Rotmoos im Fuscher Tal (Salzburg) und das Hörfeld (Kärnten/Steiermark). In absehbarer Zeit dürfte auch das steirische Lafnitztal in die Ramsar-Liste aufgenommen werden.

Weitere Informationen über die österreichischen Ramsar-Gebiete sind auf dem Internet-Server des Umweltbundesamtes (http://www.ubavie.gv.at) unter "Umweltsituation - Naturschutz -Internationale Abkommen" abrufbar. Auch die Welt-Naturschutzunion IUCN informiert im Internet über den weltweiten Schutz von Feuchtgebieten (http://iucn.org/themes/ramsar).

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