Kaske-Vorschläge realitätsfern und nicht umsetzbar

Kröll: Branche braucht mehr Flexibilität und keine neuen Belastungen

Wien (PWK) - Die Tourismuswirtschaft begrüßt die Initiative von Bundeskanzler Viktor Klima zu einer offenen Aussprache über Tourismusprobleme. Die von HGPD-Vorsitzenden Rudolf Kaske heute, Donnerstag, in einem Pressegespräch geäußerten Vorschläge sind allerdings realitätsfern und angesichts der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen in dieser Form nicht umsetzbar. ****

"Die Branche braucht endlich eine echte, kundengerechte Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen. Der Ruf nach neuen Belastungen, wie etwa nach Einführung einer Abfertigungs- und Urlaubskasse, ist genau der falsche Denkansatz", stellt Bundessektionsobmann Hansjörg Kröll fest. Die Einführung einer solchen Kasse würde Milliarden kosten und ist daher für den Tourismus nicht finanzierbar.

Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung der Tourismuswirtschaft in die Schuhe zu schieben, stimmt in dieser Form auf keinen Fall, betont Kröll. Tatsächlich entfällt mehr als ein Drittel der Kosten für die Arbeitslosenversicherung auf de facto nicht vermittelbare Arbeitslose. Dies sollte man zum Anlaß nehmen, die bekanntlich sehr eng gefaßten "Zumutbarkeitsbestimmungen" zu überprüfen.

In seiner üblichen Stimmungsmache gegen die Branche vergißt Kaske auch darauf hinzuweisen, daß der Tourismus als eine der wenigen Branchen in den letzten Jahren stets Arbeitsplätze geschaffen hat. Im Dezember 1997 waren rund 138.000 Personen in dieser Branche beschäftigt, um 6.000 Mitarbeiter mehr als im Dezember 1996.

Der immer wieder geäußerte Wunsch nach "Jahresarbeitsverträgen" in Saisonbetrieben ist wirtschaftlich nicht erreichbar, da zwischen der Winter- und Sommersaison meist längere Schließzeiten bestehen. Diese können aber nicht überbrückt werden. Von Arbeitnehmerseite wird ziemlich nebulos verlangt, geleistete Überstunden am Ende der Saison anzuhängen und so die Beschäftigungszeiten zu verlängern. In Wirklichkeit egalisieren sich die Überstunden in den Kernarbeitszeiten der Saison mit den Minderzeiten am Rande der Saison. Es bleibt zum Anhängen nichts übrig.

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