Berentzen-Gruppe: Vorbericht Januar bis Dezember 1997

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Geschäftsverlauf deutlich unter Vorjahr / Weiterhin negative Ergebnisentwicklung - Rückstellungen für Restrukturierungen belasten Ergebnis zusätzlich

Der Umsatz ohne Branntweinsteuer
der Berentzen- Gruppe ist 1997 um 8,7 Prozent auf 512 Millionen DM zurückgegangen (Vorjahr 561 Mio DM). Nach ersten internen Berechnungen hat sich das Ergebnis der Gruppe nach einer fortgesetzt schlechten Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 1997 weiter negativ entwickelt und beläuft sich für das Gesamtjahr voraussichtlich auf einen Jahresfehlbetrag von 7 Millionen DM. Zusätzlich sollen 7 Millionen DM Rückstellungen gebildet werden, die zur Fortsetzung der laufenden Restrukturierung der Gruppe, wie sie in der vergangenen Woche bekannt gegeben wurde, verwendet werden sollen.

Inklusive Branntweinsteuer belief sich der Umsatz der Berentzen-Gruppe bis Ende Dezember auf 1,10 Milliarden DM und lag damit 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau (1,13 Mrd DM). Der überproportionale Rückgang beim Umsatz ohne Branntweinsteuer resultiert aus der erstmals ganzjährigen Konsolidierung der Strothmann Brennereien, deren Produktportfolio einen Schwerpunkt bei höhergrädigen Spirituosen hat.

Die Herstellung und Vermarktung von Spirituosen trug mit 405 Millionen DM zum Umsatz ohne Branntweinsteuer bei (Vorjahr 450 Mio DM). Im Geschäftsfeld alkoholfreie Getränke lag der Umsatz 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau und erreichte 107 Millionen DM. Der Umsatzrückgang war insbesondere bedingt durch den Verkauf des Getränkefachgroßhandels zum 3. November 1997.

Im vierten Quartal 1997 hat sich die negative Geschäftsentwicklung des Gesamtjahres weiter verschärft. Vor allem die Markenspirituosen gerieten durch preisaggressives Vorgehen der Wettbewerber und eine Vielzahl von Billigimitationen insbesondere bei Sahnigen Softspirituosen stark unter Druck.

Gesamtabsatz Spirituosen durch Strothmann-Übernahme stabil

Der Gesamtabsatz von Spirituosen blieb mit 126,5 Millionen 0,7 l-Flaschen nahezu unverändert (Vorjahr 127 Mio 0,7 l-Flaschen), während sich der deutsche Spirituosenmarkt 1997 mit rund 2 Prozent Minus negativ entwickelt hat. Der stabile Absatz ist auf die Mitte 1996 übernommenen Strothmann Brennereien zurückzuführen, die 1997 erstmals ganzjährig konsolidiert wurden und 12 Millionen Flaschen zum Absatz beitrugen.

Im deutschen Markt wurden 118 Millionen Flaschen Spirituosen abgesetzt (Vorjahr 120 Mio Flaschen). Der Export von Spirituosen wuchs um 13 Prozent und erreichte 7,8 Millionen Flaschen. Durch die Übernahme des größten tschechischen Spirituosenimporteurs, Eurobrands, im Dezember 1997 hat die Berentzen-Gruppe ihre Auslandsaktivitäten verstärkt und wird das Export- geschäft 1998 weiter intensivieren.

Markenspirituosen unter Druck

Insgesamt setzte die Berentzen-Gruppe 1997 63,6 Millionen Flaschen Marken- spirituosen ab und lag damit 4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (66,4 Mio Flaschen). Von Strothmann Weizen, der 1996 nur von Juli bis Dezember von Berentzen vertrieben worden war, wurden 1997 10 Millionen Flaschen verkauft. Unter Druck geriet die Dachmarke Berentzen, deren Absatz im vergangenen Jahr um 20 Prozent rückläufig war und 32 Millionen Flaschen erreichte (Vorjahr: 40 Mio Flaschen). Vor allem die Apfelvarianten und die Sahnigen Softspirituosen Großmutters Schoko und Vanille Geheimnis hatten deutliche Absatzrückgänge zu verzeichnen. Positiv verlief die Einführung von Berentzen Grüne Birne, von der in zehn Monaten rund 1,9 Millionen Flaschen verkauft wurden. Die Produkte unter der Dachmarke Puschkin entwickelten sich mit 5,2 Millionen abverkauften Flaschen schwächer als im vergangenen Jahr (7,2 Mio Flaschen).

In diesem Zusammenhang ist die deutlich hinter den Erwartungen zurück gebliebene Einführung von leicht-alkoholischen Mischgetränken hervorzuheben. Statt wie geplant 12 Millionen 0,7 l-Einheiten wurden nur 4,2 Millionen 0,7 l-Einheiten abgesetzt. Rückschauend betrachtet, hat sich das unter- nehmerische Risiko nicht ausgezahlt, in Marketing und Vertrieb einen deutlichen Schwerpunkt auf die Einführung dieser für den deutschen Markt neuartigen Produktgattung zu legen und dadurch Aktivitäten und Aufmerksamkeit von den Spirituosenmarken abzuziehen.

Berentzen hat als Reaktion auf die Absatzrückgänge bereits 1997 begonnen, sein Marketing neu auszurichten. Durch die Konzentration auf die Kern- kompetenzen, die Produktion und Vermarktung von Spirituosen, werden die Berentzen-Hauptmarken 1998 stärker unterstützt. Mit der Einführung von zwei neuen Sahnigen Softspirituosen, Großmutters Nuß-Nougat und Marzipan Geheimnis, sollen außerdem Impulse in diesem Segment gesetzt werden.

Handels- und Zweitmarken

Um 3,4 Prozent gestiegen ist der Absatz von Handels- und Zweitmarken, der sich auf 62,7 Millionen Flaschen belief (Vorjahr:
60,6 Mio Flaschen). Sowohl im Export, der 500.000 Flaschen zulegte, als auch im Inlandsgeschäft stieg der Absatz an.

Alkoholfreie Getränke

Im Geschäftsfeld "Alkoholfreie Getränke" wurden 1997 1,4 Millionen Hektoliter abgesetzt (Vorjahr 1,2 Mio hl). Das Absatzwachstum ist eine Folge der 1997 erstmals ganzjährig vorgenommenen Konsolidierung der Brandenburgischen Mineral-Quelle Grüneberg, die zum 1. Juli 1996 übernommen worden war. Im Zuge der Restrukturierung der Gruppe wurde der Bereich Getränkefachgroßhandel zum 3. November 1997 verkauft und trug nur bis zu diesem Zeitpunkt zum Umsatz im Geschäftsfeld "Alkoholfreie Getränke" bei. Erfreulich entwickelten sich vor allem die Marke Schütz Dich, ein Wellness-Drink mit der Vitamin-kombination A, C und E, die Limonade Emsland Sonne sowie die in Konzession abgefüllten Produkte Seven Up und Pepsi Cola.

Aufwendungen für Restrukturierungen belasten Ergebnis

Negativ beeinflußt wurde das Ergebnis 1997 vor allem durch die enttäuschend verlaufene Einführung von leicht-alkoholischen Mischgetränken, die schwache Geschäftsentwicklung bei Markenspirituosen und den Aufwand für das laufende Restrukturierungsprogramm. Wie die Berentzen-Gruppe bereits in der vergangenen Woche bekanntgegeben hat, soll die Restrukturierung der Gruppe 1998 intensiv fortgesetzt werden. Für die Aufwendungen, die mit einer stärkeren Konzentration von Produktion und Logistik verbunden sind, sollen 7 Millionen DM Rückstellungen gebildet werden, die das Ergebnis negativ belasten werden.

Erwartungen für 1998 verhalten optimistisch

Trotz des unverändert schlechten Konsumklimas und des negativen Geschäfts- verlaufs im vierten Quartal 1997 ist der Vorstand für das laufende Geschäfts- jahr verhalten optimistisch. Aufgrund beginnender Einsparungen vor allem durch bereits vorgenommene Restrukturierungen, der Intensivierung des Export- geschäfts sowie der begonnenen Neuausrichtung von Marketing und Vertrieb auf die Hauptmarken Berentzen und Puschkin wird ein Gewinn nach Steuern von mindestens 10 Millionen DM bei rückläufigem Umsatz erwartet.

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