MARINA FAUST - Six Days 'In six pieces'

Wien (OTS) - Eröffnung: 3. Februar 1998, 20.00 Uhr, MAK-Galerie

Dauer: 4. - 10. Februar 1998
Ort: MAK-Galerie
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien
Öffnungszeiten: Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Den Ausgangspunkt für die Filme von Marina Faust bildet das Schreiben von Texten, die den Versuch unternehmen, Emotionen wie Verlangen, Liebe und Sexualität zu umschreiben. Am Beginn ihrer filmischen Arbeiten stand das Abfilmen der eigenen Person beim Sprechen der Texte - eine Parallele zu ihrem fotografischen Werk, in dem ebenfalls die Selbstdarstellung eine wesentliche Rolle spielt.

In Marina Fausts Film 'In six pieces' - zwischen 1995 und 1996 entstanden - sind der Text und die Person der Künstlerin als Darstellerin im Film elementar. 'In six pieces' besteht aus mehreren zweiminütigen Stücken (Dirty D./The fact, Love me/The claim, Flood/The tears, Let me hula hoop for you/The spell, Long John/The derision), die inhaltlich und durch ihre Komposition verbunden sind. Der Film wird im MAK erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ursprünglich von der Fotografie kommend, beschäftigt sich Marina Faust seit drei Jahren intensiv mit dem Medium Film. Die österreichische Künstlerin lebt und arbeitet seit 1983 in Paris.

Marina Faust zu ihrem Film 'In six pieces': "Am Anfang ging es darum zu wagen und das Gewagte zu artikulieren und um Musikalität von Sprache und Rhythmus. Ich prüfe oft meine Texte, indem ich sie spreche und kam so dazu mich dabei zu filmen, um eine Distanz zu kreieren, die mir eine bessere Urteilskraft gab. Es wurde ein Anknüpfungspunkt zu meinen früheren Fotoserien, in denen ich mich in verschiedenen Aktionen selbst fotografiert hatte. Schrittweise enstanden dann Pläne und Ideen für meine jetzigen Filme.

Das Männliche und das Weibliche, austauschbar, als Ganzes oder Teil des Ganzen, Frustration und Sehnsucht, Unklarheit in der Definition der jeweiligen Rolle, die ideale Ergänzung zum 'Anderen' und ihre Unmöglichkeit und das Funktionieren in Segmenten sind Grundelemente meiner Arbeit.

Ich bin selbst Darstellerin in meinen Filmen und verwende meine Stimme um die Intimität im Gesprochenen dem Gezeigten gegenüberzusetzen. Die Qualität des Bildes beruht auf der Zusammenarbeit mit einem Kameramann der eine Videokamera wie eine Filmkamera benutzt und damit meine Referenz zum Film zu unterstützten weiß. Kleidung und Accessoires stehen in direktem Bezug zum jeweiligen Thema.

Im Prozeß der Umschreibung einer Emotion, dem Ziel von Kürze und Kompaktheit, arbeite ich in einem System von kontinueller und schrittweiser Reduzierung. Der Gebrauch verschiedener Sprachen entspricht der kulturellen Realität meines Lebens und provoziert jeweils einen 'Denkungsruck'. Meine Filme sind lineare Kompositionen mehrerer, miteinander verbundener Stücke. Sie könnten als Abstraktionen des Narrativen bezeichnet werden, Beschreibungen von Zuständen, aufgefangen an der Grenze zwischen zwischen 'Urgefühl' und zukünftiger Bestimmung. Mein zweiter, 1997 entstandener Film hat den Titel 'Nichts im Licht'. Der nächste ist für April 98 vorgesehen."

Ausstellung: Marina Faust, Peter Noever, Bettina M. Busse Projektleitung: Bettina M. Busse
Technik: Harald Trapp

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