NÖ-Grüne orten neue Ungereimtheiten bei Stronach-Projekt

Weinzinger: "Eindruck einer nicht seriösen Vorgangsweise entsteht."

Wien (OTS) - Neue Ungereimtheiten bei der geplanten Kugelwelt
des Austrokanadiers Frank Stronach in Ebreichsdorf orten die Niederösterreichischen Grünen. Für Brigid Weinzinger, Grüne Spitzenkandidatin für die NÖ-Landtagswahlen, entsteht der Eindruck, daß es bei der Projektentwicklung über weite Bereiche an Seriösität mangelt. "Laut kanadischen Medienberichten hat Herr Stronach den Magna-Aufsichtsrat mit seiner geplanten Erlebniswelt noch nicht befaßt. Die Frage der Finanzierung des rund 790 Millionen Dollar-Projekts scheint ebenfalls unklar," gibt Brigid Weinzinger zu bedenken. Einer Aussage Stronachs zufolge, stammen der Betrag, der bisher für die Projektvorbereitung aufgewendet wurde - rund 1 Million kanadische Dollar - sowie die Mittel für den Grundstückserwerb aus dem Verkauf einer Lenkrad-Airbag-Produktion. Dementgegen steht die Aussage des Ebreichsdorfer Bürgermeisters, Josef Pilz, der bereits im Juni 1996 - also 1/2 Jahr vor der abgewickelten Veräußerung der Airbag- produktion - vom Verkauf des entsprechenden Grundstücks erfahren hat. "Es stellt sich hier die Frage nach der seriösen Abwicklung des Projekts," stellt Weinzinger fest und zitiert einen Bericht der kanadischen Tageszeitung "Globe and Mail", in dem Frank Stronach erklärt, daß für ihn Grundstücke eine "great opportunity" mit gewaltigem Wert seien. Sein Magna-Konzern habe immer viel Geld mit Grundstücken gemacht. "Man muß sich allmählich fragen, ob hier ein Fall von Bodenspekulation vorliegt," so Weinzinger weiter. Bereits in den 80er Jahren hat der Konzern unter anderem in der Restaurantbranche eine gewaltige Bruchlandung erlitten. Auch auf die jetzige Meldung der Stronach-Pläne in Niederösterreich hat die Börse in Toronto mit einer Baisse bei den Magna-Aktien reagiert. "Es entsteht der Eindruck, daß die Anleger Stronach bei seiner "World of Wonder" nicht vertrauen," betont die Grünpolitikerin weiter und weist ferner darauf hin, daß im Magna-Finanzbericht 1997 keinerlei Ausgaben für das Ebreichsdorfer-Projekt aufscheinen.

Angesichts der neuen Informationen fordern die Grünen daher erneut, daß das Areal erst gar nicht von Grün- in Bauland umgewidmet wird und auch erst abgewartet werden muß, bis sich der Magna-Aufsichtsrat zu der etwa 6,5 Milliarden Schilling-Investition äußert. Sollte der Ebreichsdorfer Gemeinderat die Umwidmung in Bauland durchziehen, so "muß das Land Niederösterreich in dieser Angelegenheit korrigierend eingreifen", fordert Weinzinger weiter. "Außerdem verlangen wir, daß der Betreiber die Kosten für den Rück- und Abbau der Erlebniswelt übernimmt. Eine Rückstellung der erforderlichen Finanzmittel muß bereits jetzt erfolgen," betont die Grünpolitikerin abschließend.

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