Keine Verkehrsverlagerung nach Österreich zu erwarten

Transitvereinbarung zwischen der EU und der Schweiz: ÖGS widerspricht Minister Einem - Umwegkosten höher als Mautdifferenz

Wien (OTS) - Die Sorge, das Transitabkommen zwischen der EU und
der Schweiz würde das Problem des Umwegverkehrs durch Österreich nicht lösen und unser Land unter Umständen sogar zusätzlich belasten - Verkehrsminister Einem soll sich nach Medienberichten entsprechend geäußert haben - hält die Österreichische Gesellschaft für Straßen-und Verkehrswesen (ÖGS) für unbegründet. Laut ÖGS-Vorsitzendem Helmut Oismüller sei im Gegenteil ein Rückgang der Transporte zu erwarten, die gegenwärtig statt auf dem kürzesten Weg durch die Schweiz über die längere Strecke durch Österreich rollen. Deren Anteil am Gesamttransit wird auf 30 bis 40% geschätzt.

Es sei zwar richtig, so Oismüller, daß die Maut am Brenner mit durchschnittlich 1.450 S fast halb so hoch wie die vereinbarte Gebühr zur Fahrt durch die Schweiz mit umgerechnet knapp 2.800 S sei, doch beschränke sich das Kalkül der Frächter und Spediteure kaum auf diesen Kostenvergleich. Für viele Verkehre auf der Nord-Süd-Achse, deren "Direttissima" durch die Schweiz führt, bedeute ein Umweg über Österreich eine um rund 300 km längere Fahrtstrecke. Der Mehraufwand - unter der Annahme eines Kostensatzes von 10 S je Fahrkilometer -liege damit bei etwa 3.000 S. Das sei deutlich mehr als die Differenz zwischen den beiden Tarifen.

Die von Minister Einem vorgeschlagene "Ausgleichsabgabe" (an die EU) für Fahrten über den Brenner, um die beiden Tarife zu nivellieren, sei daher entbehrlich, heißt es in der ÖGS-Aussendung abschließend.

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Dipl.-Ing. Helmut Oismüller, Tel. (01) 470 67 52

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