Dürr AG: Aktionärsbrief Vorläufiger Bericht der Dürr AG über das Geschäftsjahr 1997

Stuttgart (ots-Ad hoc-Service) - Mitteilung gemäß Paragraph 15 WpHG übermittelt von der DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.

Zweistellige Zuwächse bei
Auftragseingang und Umsatz - Ergebnisverbesserung von über 60 % erzielt - Produktinnovationen unterstützen Wachstumsschub der Dürr Ecoclean Gruppe - Weitere Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis für 1998 erwartet

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich Ihr Unternehmen weiterhin erfreulich entwickelt. 1997 war geprägt durch eine steigende Nachfrage in der Automobilindustrie, die in einer erhöhten Investitionstätigkeit resultierte; dabei nahm auch die Zahl an Generalunternehmer- bzw. Systemaufträgen in stärkerem Maß zu.

Sowohl beim Konzernumsatz als auch beim Auftragseingang konnte Dürr im Geschäftsjahr 1997 Zuwächse verzeichnen. Der Konzernumsatz stieg um 13 % auf 1.845 Mio. DM gegenüber 1.640 Mio. DM im Vorjahr. Die Auftragseingänge in Höhe von 2.020 Mio. DM (VJ: 1.786 Mio. DM) überschritten 1997 erstmals die 2 Milliarden-Grenze und stiegen damit ebenfalls um 13 %. Der deutlich höhere Auftragsbestand lag zum Jahresende 1997 bei 1.704 Mio. DM (VJ: 1.425 Mio. DM) und sichert so schon heute eine Auslastung des Konzerns über das Jahresende 1998 hinaus.

Ergebnis deutlich gesteigert 1997 erreichte die Umsatzrendite vor Steuern einen Wert von über 3 % (1996: 2,2 %), womit eine Ergebnisverbesserung von mehr als 60 % erzielt werden konnte. Alle Konzernunternehmen beendeten das Geschäftsjahr mit positiven Ergebnisbeiträgen. Auch die südamerikanische Tochtergesellschaft Dürr Brasil Ltda. hat den prognostizierten Turnaround geschafft und schloß 1997 mit einem leicht positiven Ergebnis ab; dieser Trend wird sich weiterhin fortsetzen. Auf dieser Basis hält der Vorstand eine Erhöhung der Dividende für möglich.

Dürr Systems Gruppe Das Geschäftsfeld Automobillackierung macht über Dreiviertel vom Konzernumsatz aus. Auch 1997 nahm die Ausführung von Systemaufträgen an Bedeutung zu. Gleiches gilt für Generalunternehmeraufträge, die alle Produktilnien (Lackiertechnik Anlagen und Applikation, Automation + Fördertechnik sowie Umwelttechnik) integrieren und oft Gebäude- und Infrastruktur-Leistungen umfassen. In Europa gelang durch die Übernahme der Hayes S.A. und deren Tochtergesellschaft Sietam Automotion S.A., ein auf Fördertechnik spezialisiertes Unternehmen, ein guter Zugang zum französischen Markt. In Deutschland festigte Dürr seine Marktposition mit Großaufträgen von Audi und Daimler Benz. Das Produktspektrum wurde durch die Übernahme der Inlac-Gruppe u.a. um moderne Farbversorgungssysteme erweitert. Der Bereich Umwelftechnik konnte mit Aufträgen aus der Chemischen und der Halbleiterindustrie in automobilfremde Branchen vorstoßen.

In Nordamerika blieben unsere Aktivitäten konstant auf hohem Niveau. In Südamerika konnten bei insgesamt lebhafter Nachfrage große Systemaufträge von Chrysler, Daimler Benz und VW/Audi akquiriert werden. Damit bietet sich Dürr eine hervorragende Ausgangsposition für 1998. In Asien gründete Dürr in China (Shanghai) und Indien (Chennai) neue Unternehmen. Von den derzeitigen wirtschaftlichen Turbulenzen in der Region Asien ist der Konzern weitgehend unbeeinflußt: Es werden ausschließlich vertraglich fest abgesicherte Aufträge abgewickelt und die Geschäfte stets mit D-Mark bzw. US-Dollar besichert. Erwartungsgemäß wird die Forderung nach hoher lokaler Wertschöpfung in Asien weiter zunehmen. Mit Partnern und eigenen Standorten hat Dürr optimale Voraussetzungen geschaffen und seine Wettbewerbsfähigkeit in dieser Region abgesichert.

Dürr Ecoclean Gruppe Die Dürr Ecoclean Gruppe, Weltmarktführer auf dem Gebiet der Industriellen Reinigungstechnik, verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr ein dynamisches Wachstum. Der Gruppenumsatz stieg 1997 um 25% auf 217 Mio. DM, gegenüber 174 Mio. DM im Vorjahr. Die Integration der spanischen Agullo-Gruppe hatte positive Impulse für die Aktivitäten der Dürr Ecoclean. Größter Umsatzträger weltweit war nach wie vor die Automobilindustrie, aber auch die Konjunkturbelebung der Werkzeugmaschinenbranche führte zu höherem Absatz. Die Gruppe sicherte ihren Technologievorsprung im vergangenen Jahr durch die Entwicklung neuer Produkte, die auch den zukünftigen Kundenforderungen gerecht werden; hierzu gehört eine hochmoderne Generation flexibler Roboterzellen zum Waschen und Entgraten von Werkstücken.

Die Automobilindustrie plant zahlreiche Motoren- und Getriebewerke; deshalb bestehen weiterhin günstige Voraussetzungen für das künftige Wachstum der Dürr Ecoclean Gruppe.

Mitarbeiterzahl um 10 % gestiegen

Zum Jahresende beschäftigte der Dürr Konzern 3.619 Mitarbeiter, 324 mehr als im Vorjahr. Dieser Zuwachs resultiert einerseits aus der Integration einiger neuer Tochtergesellschaften im In- und Ausland, andererseits aus dem wachsenden Geschäftsvolumen. Der Umsatz pro Mitarbeiter hat dabei weiter zugenommen.

Investitionen in Sachanlagen

Dürr investierte 1997 rund 32 Mio. DM in Sachanlagen (Vorjahr: 30 Mio. DM). Der Investitionsschwerpunkt lag auf unserem Technologiezentrum bei Stuttgart: Hier werden Produktinnovationen unmittelbar umgesetzt und den Kunden zu Entwicklungs- und Erprobungszwecken zur Verfügung gestellt.

Ausblick Mit einem hohen Auftragsbestand und einer nach wie vor guten Projektlage in den Kerngeschäften Automobillackierung und Industrielle Reinigungstechnik startete Dürr unter günstigen Voraussetzungen in das Geschäftsjahr 1998. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Dürr Strategie wird eine globale Ausrichtung aller Produktlinien angestrebt, um eine maximale Kundennähe zu erreichen. Das bisher schon umfassende Leistungsangebot der Bereiche Lackiertechnik, Automation + Fördertechnik, Umwelttechnik und Industrielle Reinigungstechnik soll dabei um spezifische Dienstleistungen erweitert werden. Unsere Marktposition werden wir durch anhaltende Produktinnovationen weiter stärken. In diesem Jahr haben wir bereits zwei Aufträge von Audi für das Werk Neckarsulm zur Lackierung von Ganz-Alukarossen erhalten.

Aus heutiger Sicht wird sich der Auftragseingang auch 1998 positiv entwickeln, bei Umsatz und Ergebnis erwartet der Vorstand im laufenden Jahr weitere Steigerungen.

Hans Dieter Pötsch Vorsitzender des Vorstands

Ende der Mitteilung
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HER/04