Vor 700 Jahren trennten sich Klosterneuburg und Korneuburg

Feier erinnert an neues Klosterneuburger Stadtrecht

St.Pölten (NLK) - Vor 700 Jahren wurden Klosterneuburg und Korneuburg durch Herzog Albrecht I. getrennt, Klosterneuburg
erhielt ein neues Stadtrecht verliehen. Dies ist Anlaß für eine Feier am kommenden Donnerstag, 29. Jänner, in der Klosterneuburger Babenbergerhalle, mit der dieses für die Stadt und ganz Niederösterreich historisch wichtigen Ereignisses gedacht wird. Höhepunkte des Festaktes sind die historische Darstellung durch DDr. Floridus Röhrig und die Festrede von Landeshauptmann Dr.
Erwin Pröll. Ein Quintett der Albrechtsberger Musikschule wird die musikalische Einstimmung besorgen.

Die Verleihung des neuen Stadtrechtes von 1298 durch Herzog Albrecht I. war Endpunkt einer Auseinanderentwicklung von Klosterneuburg und Korneuburg, die ursprünglich zwei zueinander gehörende Siedlungen waren. Rund um die durch Markgraf Leopold errichtete Burganlage, die auch als "Pfalz" bezeichnet wird, und
um das Stift entwickelte sich der Markt Neuburg, der nach einem verheerenden Donauhochwasser 1210 an anderer Stelle errichtet
werden mußte. Die alte Kirchensiedlung um St.Martin wuchs nach und nach mit der dem Kloster- und Pfalzbezirk angrenzenden Oberstadt zusammen. Aus dem Markt Neuburg (Markt klosterhalben) wurde Korneuburg, und aus "Neuburg klosterhalben" wurde Klosterneuburg. Noch in frühhabsburgischer Zeit wurden beide als städtisches Gemeinwesen angesehen, wobei die städtische Blutgerichtsbarkeit
von Korneuburg ausgeübt wurde.

Die Trennung von Klosterneuburg und Korneuburg hatte auch geografische Gründe: Die noch unregulierte Donau, damals noch leicht zu Fuß zu überqueren, lag dazwischen. 1298 wurden beide Teile getrennt, Klosterneuburg erhielt eine moderne
Stadtverfassung: einen eigenen Burgfriedensbezirk mit Blutgerichtsbarkeit und eine Ratsverfassung. Damit war Klosterneuburg zu einer landesfürstlichen Stadt geworden, worüber man im Stift alles andere als erfreut war. Es gibt auch einen Zusammenhang mit der Rebellion der Wiener im Jahr 1287: Die Wiener Bürger hatten bis zum Tod König Ottokars in der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen mit diesem sympathisiert. Der Landesfürst Herzog Albrecht zog sich in die Burg auf den
Kahlenberg zurück, sperrte den Wienern alle Zufahrtswege und zwang sie 1288 zur Kapitulation. Die Stadt Klosterneuburg beteiligte
sich nicht am Aufstand und gab ihrem Landesfürsten Rückhalt. Daraus erklärt sich, daß dieser 1288 eine neue Burg als Residenz errichten ließ und zehn Jahre später das Stadtrecht für das heutige Klosterneuburg bewilligte und die Trennung von Korneuburg und Klosterneuburg durchführte. Die "mitleidende" Stadt Klosterneuburg gehörte dadurch auch als Mitglied der 4. Kurie dem Landtag an und konnte so die Landespolitik aktiv mitgestalten.

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