Südafrika - Österreichs Markt Nummer eins in Afrika

Handelsvolumen steigt kontinuierlich - WKÖ erwartet neue Chancen vom Abschluß eines EU-Freihandelsabkommens

Wien (PWK) - Im Rahmen seines Österreich-Besuches trifft der südafrikanische Handelsminister Alec Erwin am Mittwoch, 28. Jänner mit Wirtschaftskammerpräsident Leopold Maderthaner zusammen. Dabei werden unter anderem auch österreichische Engagements in Südafrika zur Sprache kommen, wie die Errichtung des Stahlwerkes Saldanha Bay unter Federführung der VAI, Investitionen in der Weichenindustrie und in der Halbleiterherstellung, Zulieferungen zur Bergbauindustrie sowie das Interesse an Casinolizenzen. Minister Erwin wird vor österreichischen Unternehmern über Geschäftsmöglichkeiten in Südafrika sprechen. ****

Südafrika ist Österreichs mit Abstand wichtigster Wirtschaftspartner auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, erklärt WKÖ-Referent Andreas Meindl. Seit 1994 nimmt das bilaterale Handelsvolumen kontinuierlich zu. Im Dreivierteljahr 1997 stiegen die österreichischen Exporte um fast 20 Prozent an, die Importe um elf. Für das Gesamtjahr 1997 erwartet Meindl eine ausgeglichene Handelsbilanz mit über zwei Mrd. S bei den Exporten und bei den Importen. (1996 waren es jeweils rund 1,8 Mrd. S).

Das Schwergewicht der österreichischen Lieferungen liegt bei Maschinen und Fahrzeugen, bei den Importen dominieren Rohstoffe (Eisenerz, mineralische Rohstoffe) sowie Gemüse und Früchte.

Nach den Jahren der politischen Isolation, in denen Südafrika versuchte möglichst autark zu sein, ergeben sich seit der Öffnung interessante Chancen für Zulieferungen an die südafrikanische Industrie, so Meindl.

Durch die Drehscheibenfunktion, die Südafrika für das gesamte südliche Afrika ausübt, gewinnt das Land zusätzlich an Bedeutung als Wirtschaftsstandort. Eine Reihe von österreichischen Firmen bearbeitet von Südafrika aus die Nachbarländer, über ein Dutzend heimischer Unternehmen verfügt über Niederlassungen bzw. Joint Ventures.

Die EU und Südafrika verhandeln seit Jahren über ein Freihandelsabkommen. "Mit einem Abschluß ist in absehbarer Zeit zu rechnen. Südafrika zeigt zunehmend Verständnis für den europäischen Wunsch nach symmetrischem Zollabbau in vielen Bereichen" (WKÖ-Expertin Binder-Svata). Gegenwärtig findet in Pretoria die letzte Verhandlungsrunde auf Fachebene statt, Mitte Februar sollen die Verhandlungen auf Ministerebene geführt werden.

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WKÖ, AW-Abteilung, Tel: 50105/DW 4344Mag. Andreas Meindl

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