Mord als Freizeitvergnügen

Jagdtouristen blasen zum Halali

Wien (OTS) - Das Modewort "Globalisierung" scheint auch im Bereich Jagdtourismus groß geschrieben zu werden. Heimische Veranstalter bieten verstärkt Ziele rund um den Erdball an. Beliebte Treffpunkte der Trophäenjäger sind Ausstellungen wie die Jaspowa (Wien, 22.-25. Januar) oder Die Hohe Jagd (Salzburg, 6.-8. Februar)

Der bekannte Wildbiologe DDr. Antal Festetics drückt seine Kritik an den Auswüchsen der Jagd folgendermaßen aus: "Einen 'jagdlichen Instinkt' haben wir Menschen sicher nicht. Sonst würde die gesamte Bevölkerung Lust am Töten haben und nicht bloß rund ein Prozent davon;...die Lust, Tiere zu töten, kann jedoch bei einzelnen Menschen zur Sucht werden, was dann mit 'Hege', 'Regulation' oder 'Weidgerechtigkeit' verbrämt werden muß."

Chistian Janatsch, Präsident des Tierhilfswerk Austria: "Das Tier steht im christlichen Abendland nicht im Schatten des Kreuzes, sondern auf der Schattenseite des Lebens überhaupt. Nicht nur die, die Tiere quälen und jagen, sind dabei mitschuldig, sondern vor allem auch jene, die die Augen verschließen, schweigen und im Tier eine Sache sehen, das zur Befriedigung niedrigster Instinkte herhalten muß. Und was ist Trophäenjagd anderes als Befriedigung niedrigster Bedürfnisse...!"

Wer auf der Jaspowa die Messestände der diversen Jagdreiseveranstalter besuchte, kann dem nur zustimmen. Mag. Alexander Willer, Wolfsreferent des Tierhilfswerk Austria: "Von Hege oder Weidgerechtigkeit kann keine Rede sein. Makabre Preislisten geben detailiert Auskunft, wieviel das Leben welcher Tierart wert ist. 10 Tage Jagd im Yukon, Kanada, inklusive dem Abschuß von 1 Elch, 1 Grizzly, 1 Schwarzbär und 1 Wolf beläuft sich auf 11.500 US-Dollars. Geschossen werden keine kranken oder verletzten Tiere, sondern in der Regel die schönsten und stärksten, bzw. diejenigen, die vor den Lauf kommen"

Willer weiter: "Neben den klassischen Zielen Afrika, Alaska und Kanada kommen immer mehr Länder wie die Mongolei, Kirgisien oder Kasachstan ins blutversprechende Angebot. Dort können auch weniger betuchte "Weidmänner" ihrem Tiermord nachkommen. 11 Tage Jagd auf einen Steinbock kostet nur rund 2.000 US-Dollars. Auf Anfrage gibt es einen Wolf als Draufgabe zum Spottpreis. Das Tierhilfswerk Austria appelliert daher an alle Weidmänner, die ihren Beruf ernst nehmen, den Jagdtourismus zu boykottieren."

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Tierhilfswerk Austria
Tel.: 02243/229 64

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