AK verlangt Benzinpreissenkung um 50 Groschen

Wien (OTS) - Die AK verlangt eine Benzinpreissenkung um
mindestens 50 Groschen pro Liter. "Obwohl die Rohölpreise seit Jänner '97 um 35 Prozent gesunken sind, blieben die Abgabepreise für Normalbenzin und Eurosuper faktisch unverändert," kritisiert die AK. Die Verteuerung der Produktennotierungen im Sommer wirkte sich aber sofort auf die Abgabepreise aus, wenngleich der Rohölpreis im gleichen Zeitraum um 26 Prozent sank. Das zeigt der AK einmal mehr, daß die Konsumenten von Rohöl-Verbilligungen an den Zapfsäulen kaum etwas spüren, Erhöhungen jedoch sofort weitergegeben werden. "Abgesehen vom Preisrutsch beim Rohöl und
bei den Produktennotierungen müßten die Preise bei Benzin ohnedies um 20 Groschen (Diesel um 10 Groschen) fallen, weil der Aufschlag für die Gaspendelleitung weggefallen ist," so die AK. Außerdem erinnert die AK, daß Österreich noch immer die höchsten Nettopreise im Vergleich zur EU hat. ****

Die Rohölpreise sind von Jänner bis Dezember '97 um 35 Prozent gesunken, seit Jahresbeginn abermals um 12 Prozent. Darüber hinaus ist der Dollar relativ stabil geblieben. "Dieser Preisverfall muß im vollen Ausmaß an die Konsumenten weitergegeben werden," fordert die neue Leiterin der AK Wirtschaftspolitik, Maria Kubitschek.
Denn die Treibstoffpreissenkungen am Jahresbeginn angesichts
dieses Preisrutsches seien lächerlich. So stiegen die durchschnittlichen Endverbraucherpreise bei Eurosuper (Jänner bis Dezember '97) um 2 Groschen pro Liter und bei Normalbenzin um 3 Groschen pro Liter. Diesel wurde um 4 Prozent billiger.
"Angesichts dieser Tatsachen ist eine Verbilligung um 50 Groschen mehr als gerechtfertigt," fordert Kubitschek.

Eine bundesweite Benzinpreiserhebung der AK von Ende Oktober '97 zeigt, daß die Durchschnittspreise für Normalbenzin 11,55 Schilling pro Liter und für Diesel 9,29 Schilling pro Liter betrugen. Eurosuper kostete durchschnittlich 11,78 Schilling pro Liter und Super plus 12,49 Schilling pro Liter.
Seit Ende Oktober sei Diesel um zwei Prozent billiger geworden.
Ohne Steuern und vom Produktennettopreis gerechnet, betrage die Ermäßigung fünf Prozent. "Das ist zu wenig. Aufgrund der fallenden Produktennotierungen (Angaben aus der Neuen Züricher Zeitung) und bei Berücksichtigung des leichten Dollaranstiegs hätte Diesel um rund 11 Prozent reduziert werden müssen", erklärt Kubitschek. Auch bei Normalbenzin fielen die Notierungen im Vergleichszeitraum um
15 Prozent. Bedenkt man den Dollarkurs, blieben immer noch mindestens 14 Prozent Preisreduktion übrig. Doch die Mineralölwirtschaft überlegt lange, ob Preisvorteile überhaupt weitergegeben werden.

"Die 1993 vereinbarten Preiserhöhungen bei den Treibstoffen, um
die Umstellungskosten für die Einrichtung von Gaspendelleitungen
an den Tankstellen zu finanzieren, sind längst verdient," erklärt die AK. Da seit Jahresende bereits alle Tankstellen umgestellt
sein müssen, müssen die Preise auch um die damals vereinbarte Höhe zurückgenommen werden: Benzin, Super plus und Eurosuper müssen um 20 Groschen und Diesel um 10 Groschen reduziert werden, fordert
die AK. Die Mineralölwirtschaft hatte auf diese Forderung der AK unzureichend reagiert, als sie zu Jahresbeginn die Abgabepreise
bei Super plus um 10 Groschen und bei Diesel um 20 Groschen
gesenkt hat.

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW