HAAGER : FRAUEN GEMÄSS IHRER QUALIFIKATION BESCHÄFTIGEN

Offensive in den Kindergärten mit arbeitlosen Kindergärtnerinnen

Wien (ÖGB-NÖ) Im Zuge einer großangelegten Betreuungsoffensive sollen unsere bestausgebildeten, aber
zunehmend arbeitslosen Kindergärtnerinnen die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten übernehmen. Damit werden zugleich neue, qualifizierte und dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen und unsere jungen Frauen und Mädchen können gemäß ihrer Qualifikation beschäftigt werden. Gleichzeitig kann vielen Kindergärtnerinnen damit auch der Wiedereinstieg nach der Karenz erleichtert werden, erklärte Montag die Landesvorsitzende der ÖGB-Frauen-NÖ, Christine Haager, die Landesrätin Traude Votruba der vollen Unterstützung der ÖGB-Frauen für ihre Initiative versicherte. "Es wäre widersinnig, vor dem Hintergrund des wachsenden Betreuungsbedarfes am Nachmittag die Kindergärten mit ihrer modernen und kindgesrechten Infrastruktur ungenutzt zu lassen und gleichzeitig bis zu 1.300 ausgebildete Kindergärtnerinnen in die Altenhilfe zu stecken, wie die ÖVP vorhat. Denn wäre dies ihr Berufswunsch, wären die jungen Frauen Altenhelferinnen und nicht Kindergartenpädagoginnen geworden", betonte Haager.

Die Überlegungen hinsichtlich dieser Umschichtungen bestätigen, daß die ÖVP nun endlich die hohe Arbeitslosigkeit im Bereich der Kindergärtnerinnen erkannt hat. Der verzeifelte Versuch das Angebot an Tagesmüttern zügigst aufzustocken ist darüberhinaus der Beweis, daß sich auch der zunehmende Betreuungsbedarf allmählich bis in die ÖVP durchgesprochen hat, was die Diskussion vereinfacht, so die Landesvorsitzende der ÖGB-Frauen. "Was unsere arbeitenden jungen Frauen und Familien
brauchen, ist eine bestmögliche Betreuung ihrer Kinder während der Nachmittagstunden, die auch zeitlich den Bedarf wirklich abdeckt. Und genau für diese Aufgabe bilden wir hochqualifizierte Kindergärtnerinnen aus - also verwenden wir sich auch", hob Haager hervor, "anstatt deren Arbeitslosigkeit mit immer neuen Projekten
zu bekämpfen, die weder für die Kindergärtnerinnen noch für die betreuungssuchenen Eltern eine dauerhafte Lösung bieten". So mußte das Land heuer 453 Kindergärtnerinnen abweisen, davon 208 Schulabgängerinnen. Dem gegenüber stehen 95 Neuaufnahmen, ausschließlich Schulabgängerinnen und keine Frauen, die den Wiedereinstieg versuchen, erinnerte die ÖGB-Frauenvorsitzende.

Wenn Niederösterreich wirklich ein Familienland ist, dann muß es Geld in die Hand nehmen und dieses Problem lösen. "Die
sinkenden Besuchszahlen am Nachmittag bei gleichzeitig steigendem Bedarf - der Besuch fiel von 11,3 auf 9,9 Prozent - und die berstenden privaten Kindergärten mit entsprechenden Öffnungszeiten verlangen eine rasche und mutige Lösung im Interesse der Kinder, Eltern und Gemeinden, stellte Haager abschließend klar. (Schluß)nk/ns

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