VOTRUBA : NACHMITTAGSBETREUUNG ZUR BESCHÄFTIGUNG

Erster Frauenstammtisch mit BM Prammer und LR Votruba

St. Pölten (SPI) Der Bedarf an einer funktionierenden und bedarfsgerechten Nachmittagsbetreuung nimmt zwar ständig zu, trotzdem wird dieses Angebot in den Kindergärten zunehmend weniger genutzt. Waren im Kindergartenjahr 1996/97 noch 5211 Kinder oder 11,3 Prozent in der Nachmittagsbetreuung, so sind es heuer nur
noch 4564 Kinder oder 9,9 Prozent. Gleichzeitig mußten heuer vom Land 453 Kindergärtnerinnen, die um Beschäftigung ersucht haben, abgewiesen werden, davon 208 Schulabgängerinnen. Im Interesse der Arbeitssuchenden wie der betreuungssuchenden Eltern muß die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten attraktiver gestaltet werden und zu einer echten Beschäftigungsoffensive für Frauen gemacht werden, forderte Landesrätin Traude Votruba Samstag beim ersten gemeinsamen Frauenstammtisch mit Frauenministerin Barbara Prammer in Schwechat. "Hier geht es darum, Arbeit für unsere bestausgebildeten Kindergärtnerinnen und zugleich eine hochqualifizierte Betreuung für die Kinder arbeitender Eltern zu schaffen", stellte Votruba klar.

Insgesamt haben heuer lediglich 95 Kindergärtnerinnen, davon
5 Sonderkindergärtnerinnen eine Anstellung beim Land gefunden -samt und sonders Schulabgängerinnen. "Daß heißt, daß zunehmend mehr Kindergärtnerinnen keine Chance zum Wiedereinstieg haben und immer mehr Mädchen mit guter Ausbildung auf der Strecke bleiben. Diese Tendenz verstärkt sich noch, da wir im Kindergartenbereich nahezu eine Vollversorgung erreicht haben und nurmehr wenige neue Gruppen geschaffen werden", warnte die Landesrätin. Fanden im Kindergartenjahr noch 1994/95 noch 2.212 Kinder keinen Platz, sind es heuer nurmehr 1.049 - bei insgesamt 46.216 betreuten Kindern, davon 41.153 vormittags, die in 1027 Kindergärten mit insgesamt 1982 Gruppen betreut werden.

So erfreulich einzelne Beschäftigungsinitiativen wie die Flying Nunnys - die dreissig jungen Frauen Beschäftigung bietet -oder die Wiedereinstiegsförderung gemeinsam mit dem AMS sind, sie lösen weder das Beschäftigungsproblem der Kindergärtnerinnen noch können sie den wahren Betreuungsbedarf abdecken, stellte Votruba klar. "Wir verfügen im ganzen Land über modernste Kindergärten mit optimaler Infrastruktur, über bestausgebildete Kindergärtnerinnen die Arbeit suchen - und jedes Jahr mehr werden -, und haben
Eltern, die nachmittags nicht wissen wohin mit den Kindern während der Arbeitszeit. Nehmen wir also Geld in die Hand und lösen das Problem im Zuge einer großangelegten Beschäftigungsinitiative, die sowohl den Kindergärtnerinnen als auch den Familien dient", forderte die Landesrätin.

Denn allein auf die Tagesmütter zu setzen und keine Lösungen für die Probleme bei der Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten anzubieten, heißt die Wahlfreiheit der Eltern einzuschränken, tausenden Frauen eine Beschäftigung zu verunmöglichen, weil es zuwenig Tagesmütter gibt und statt den Bestausgebildeten eine Chance zu geben, nur auf Frauen zu setzen, die weder sozial- noch pensionsrechtlich abgesichert sind, warnte Votruba abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200Landtagsklub der SPÖ NÖ

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/SPI