Das Umweltministerium stell fest: Kyoto-Protokoll ist Meilenstein für internationale Klimaschutzpolitik Ausweitung auf sechs Gase bei Zielfestlegung berücksichtigt

Wien (OTS) - Das Kyoto-Protokoll ist ein wichtiger Meilenstein
für eine wirksame internationale Klimaschutzpolitik . Die konkreten Umsetzungsschritte und die Lastenaufteilung werden derzeit in der EU ausgearbeitet. Der Schluß, der gestern in der Zib 2 gezogen wurde, daß die Ausweitung auf sechs Gase für Österreich automatisch eine Erhöhung der CO2-Reduktion von 25 auf 30% zur Folge hat, entbehrt jeder Grundlage. Die Ausweitung auf sechs Gase wurde bei der Zielfestlegung im Kyoto-Protokoll bereits berücksichtigt, stellte der zuständige Abteilungsleiter im Umweltministerium, Dr.Helmut Hojesky am Freitag fest.

Unbestritten ist, daß durch die Ausweitung der Reduktionsverpflichtungen von 3 auf 6 Gase nunmehr - zusammen mit den unter dem Regime des Montreal-Protokolls geregelten Fluorchlorkohlenwasserstoffen - alle wesentlichen vom Menschen verursachten treibhauswirksamen Substanzen in die Reduktionsverpflichtungen aufgenommen worden sind. Damit wurde die EU jedoch keineswegs auf dem falschen Fuß angetroffen oder von den USA übervorteilt; der EU-Rat hat bereits im März 1997 als Verhandlungsposition festgelegt, bis spätestens 2000 die Verpflichtungen von 3 auf 6 Gase auszudehnen. Die EU war sich der Wichtigkeit der Fluorkohlenwasserstoffe und des Schwefelhexafluorid infolge des hohen Treibhauspotentials stets bewußt. Sie hat daher schon frühzeitig konkrete Verringerungsstrategien ausgearbeitet und gefordert, diese als verbindlich umzusetzende Maßnahmen ins Kyoto-Protokoll aufzunehmen. Auch ein separates Reduktionsziel für Fluorkohlenwasserstoffe ist in der EU diskutiert worden.

In den Ergebnissen von Kyoto ist enthalten, daß die Emissionsreduktionen der 3 "neuen" Gase auf Basis der Emissionen des Jahres 1995 anstelle des Jahres 1990 berechnet werden können. Somit wird von einem beträchtlich höheren Emissionsniveau ausgegangen.

Obwohl dies offenbar gewisse Wirtschaftsvertreter gerne sähen, ist das Kyoto-Protokoll keineswegs Altpapier, sondern ganz im Gegenteil ein wesentlicher Schritt hin zu einer wirksamen Klimaschutzpolitik auf internationaler Ebene, sagte Hojesky.

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