Gehrer: Bei Berufswahl auch in anderen Kategorien denken

Erste Veranstaltung "Schülerinnen fragen Fachfrauen in untypischen Berufen"

Wien/St. Pölten (OTS) – "Bei der Berufswahl ist es notwendig, auch in anderen Kategorien als den bisher herkömmlichen zu denken. Noch immer zählen die traditionellen klassischen Berufsbereiche
bei den angehenden Lehrlingen zu den beliebtesten, wie dies eine Studie der Wirtschaftskammer ergab. Nach wie vor wählen fast ein Drittel der weiblichen Lehrlinge den Beruf der Einzelhandelskauffrau, 14,3 Prozent werden Friseurin und 13,6 Prozent Bürokauffrau. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, Mädchen für ungewöhnliche Berufe zu motivieren, zu interessieren und zu informieren." Das sagte Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer bei der ersten Veranstaltung "Schülerinnen fragen
Fachfrauen in untypischen Berufen" - "Schüler fragen Fachmänner in untypischen Berufen", die das Unterrichtsministerium gemeinsam mit den Berufsinformationszentren durchführt.****

"Es gibt ein reiches Spektrum an zukunftsorientierten Berufen beispielsweise im Umwelt- oder EDV-Bereich, aber auch in verschiedenen Handwerksberufen. Wichtig ist dabei, die eigenen Interessen und Stärken zu berücksichtigen, um einen Beruf zu finden, der einem liegt", so die Ministerin.

Das Unterrichtsministerium hat im Vorjahr einen Aktionsplan mit 99 Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung im Bereich von Schule und Erwachsenenbildung ausgearbeitet, der bis zur Jahrtausendwende umgesetzt werden soll. Zahlreiche Maßnahmen
wurden bereits durchgeführt wie beispielsweise Modellprojekte an Wiener Schulen zur bewussten Koedukation, die Vermittlung von Schulen zur Teilnahme an EU-Programmen zum Thema
"Chancengleichheit der Geschlechter", die Durchführung von Computer-Veranstaltungen für Schülerinnen und spezielle Angebote für Mädchen an Tagen der offenen Tür an technischen Schulen. Materialien für den Unterricht und für Schülerinnen und Schüler (z.B. die Broschüre zur Berufsorientierung für Mädchen "Sprünge in die Zukunft" und ein Videofilm "Mädchen in nicht-traditionellen Ausbildungsgängen") werden herausgegeben. Im Dezember fand zur bundesweiten Vernetzung aller Maßnahmen das erste Treffen von "Kontaktfrauen" der Landesschulräte statt.

Die Veranstaltung "Schülerinnen fragen Fachfrauen in
untypischen Berufen" - "Schüler fragen Fachmänner in untypischen Berufen", die im Frühjahr an verschiedenen Orten in Österreich durchgeführt wird, ist ein Teil dieses Aktionsplanes. Schülerinnen und Schüler können dabei in Kleingruppen mit Fachfrauen bzw. Fachmännern in untypischen Berufen sprechen. "Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, den Mädchen und Burschen Anregungen, zukunftsweisende Informationen und Antworten auf wichtige Fragen
bei der Berufswahl zu gegeben und dadurch Hemmschwellen und Berührungsängste abzubauen", so Gehrer.

Insgesamt 30 Schülerinnen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren
der Polytechnischen Schule St. Pölten, der Hauptschule der Englischen Fräulein und der Hauptschule Wagram waren bei der
ersten Veranstaltung im Berufsinformationszentrum St. Pölten vertreten. Dabei gaben eine Tischlermeisterin, eine Betriebselektrikerin, die auch als Betriebsrätin tätig ist, eine Malermeisterin sowie eine Informatikerin und Jet-Pilotin Einblicke in ihren Beruf und ihre persönlichen Erfahrungen.

Die nächste Veranstaltung findet am 29. Jänner 1998 im Berufsinformationszentrum Krems für 11- bis 14-jährige Schülerinnen und Schüler aus der Hauptschule Albrechtsberg, der IBHS Hafnerplatz und dem Gymnasium Rechte Kremszeile statt. Als Gesprächspartnerinnen bzw. Gesprächspartner stehen den 30 Schülerinnen und Schülern eine Chemiewerkerin, eine Tischlermeisterin, eine Informatikerin und Jet-Pilotin sowie ein Krankenpfleger zur Verfügung. Weitere Veranstaltung sind im Berufsinformationszentrum Bregenz, Leoben, Gmunden und Klagenfurt geplant.
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