"Modern Times" über Augen-Laseroperationen: Unrichtig und Unvollständig

Innsbruck (OTS) - Am vergangenen Freitag, den 16.01.1998 wurde in der Sendung "Modern Times" im Österreichischen Fernsehen ein Beitrag mit dem Titel "Laser ersetzt Brille" gezeigt. Der Bericht enthielt eine Reihe unrichtiger Aussagen und unvollständiger Informationen, die im Interesse von Patienten, die eine Augenoperation zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit erwägen, richtig gestellt werden müssen:

Es handelt sich wohl schwerlich um eine gründliche Recherche und ausgewogene Information, wenn in dem Beitrag der Anschein erweckt wird, daß Patienten sich für eine solche Operation nach Südafrika begeben müßten. Tatsächlich wurde nämlich die photorefraktive Keratektomie (PRK), von der im Beitrag die Rede ist, bereits seit dem 1. April 1993 an einer Universitäts-Augenklinik in Österreich, kurz danach an allen Augenkliniken, an einigen Augenabteilungen und auch privat eingeführt und steht somit seit mehreren Jahren bereits in Österreich den Patienten, wenn sie es wünschen, zur Verfügung.

Allerdings handelt es sich bei Brillen und Kontaktlinsen, die im Beitrag als "lästige Sehhilfen" bzw. "Krücken" eingestuft wurden, nach einhelliger Meinung aller Augenärzte weiterhin als Mittel der ersten Wahl - erst danach rangiert der irreversible Eingriff.

Weiters ist die Aussage, daß der Hauptgrund für die Fehlsichtigkeit die heutzutage weitverbreitende Bildschirmarbeit sei, glattweg falsch. Daß Menschen, die am Bildschirm arbeiten, vermehrt Brillen benötigen, hängt damit zusammen, daß die Anforderungen an das Sehvermögen dabei höher sind und nicht umgekehrt, daß durch die hohe Anforderung bei der Bildschirmarbeit eine Fehlsichtigkeit verursacht wird.

Ebenfalls falsch war die Beschreibung der "russischen Methode" als einer Laseroperation, bei der mit dem Messer eine oberflächliche Hornhautschichte entfernt wird. Bei der russischen Methode wird nämlich die Hornhaut radiär mit einem Messer eingeschnitten, deshalb heißt diese Methode auch radiäre Keratomie.

Ebenso unrichtig ist, daß die Operationsmethode PRK (photorefraktive Keratektomie) eine Erfindung des afrikanischen Augenarztes Dr. Amoils sei. Nicht er, sondern der amerikanische Augenarzt Dr. Trokel und in Europa Prof. Sailer (zuerst Berlin, nun Dresden) haben das Prinzipielle der Methode, nämlich die Korrektur des Oberflächenreliefs der Hornhaut erfunden. Die dargestellte "Bürstenmethode" stellt lediglich eine Verbesserung dieser Methode dar, indem statt mit einem Messerchen nun mit einer Bürste das Epithel abgekratzt wird.

Irreführend ist weiters die Behauptung, daß Alterssichtigkeit nicht mit der Lasermethode korrigierbar sei, was bei der Bevölkerung unnötige Befürchtungen bewirken könnte.

Die weiters im Bericht erwähnte Operationsmethode "LASIK" wurde vom griechischen Augenarzt Prof. Dr. Pallikaris eingeführt, der bei dieser Operationsmethode selbst 11 % Komplikationsrate angibt. Die in der letzten Zeit hochgejubelte Lasikmethode ist im Gegensatz zur erwähnten PRK noch nicht wissenschaftlich anerkannt und trägt vielerlei Komplikationsmöglichkeiten in sich. Bei vielen Fällen tritt keine sichere Stabilisierung nach einigen Tagen ein, sondern es kann im Gegenteil selbst viele Monate nach der Operation zu einer Ausbuchtung der Hornhaut kommen.

Auch in diesem Zusammenhang wurde unvollständig berichtet: Die LASIK-Methode wird nicht nur im Sanatorium Hochrum durchgeführt, sondern auch von anderen niedergelassenen Augenärzten in Innsbruck und von einem Augenarzt in Kärnten und in Vorarlberg. Erwähnenswert ist jedoch, daß nach der LASIK-Methode bereits Erblindungen vorgekommen sind, einige Patienten nun für eine Hornhautübertragung anstehen und Prof. Sailer, der als Pionier der Augenchirurgie in Europa gilt, bei 12 % seiner Patienten eine Sehverschlechterung nach einer LASIK-Operation angibt.

Dieses offenbar sehr kontroversielle Thema wird Ende Februar in der Sendung "Konflikte" im Österreichischen Fernsehen diskutiert werden. Dabei werden auch Patienten über ihre negativen Erfahrungen nach einer LASIK-Operation berichten.

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