Dirnberger: Einkommen stagniert - Lohnsteuer explodiert

Künftige Steuerreform muß Arbeitnehmer entlasten

Wien (OTS) - Nichts vom Ausspielen der Arbeitnehmer gegen Familien hält AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB). "Es gilt all jene zurückzuweisen, die meinen, daß nun nach einer Erhöhung der Familienförderung keine Lohnsteuerreform mehr nötig oder möglich sei. Eine deutliche Lohnsteuerreform ist unabhängig von der Familienförderung notwendig."

Dirnberger unterstrich, daß auch jene Arbeitnehmer, die keine Familie haben, Recht auf eine Steuerreform haben. Dirnberger: "Wir dürfen nicht auf jene vergessen, die 1. noch keine Familie haben, 2. auf jene, deren Kinder schon aus dem Haus sind, 3. die Geschiedenen und 4. auf jene, die keine Kinder haben können oder wollen."

WIFO-Studie belegt: Arbeitnehmer als Zahler

Laut WIFO steigt das Lohnsteueraufkommen seit 1994 von 134 Mrd. Schilling auf 1995 150 Mrd., 1996 auf 160 Mrd., 1997 auf 179 Mrd., 1998 auf 187 Mrd, 1999 auf 200 Mrd. und gipfelt im Jahre 2000 bei 213 Mrd. Schilling. Dirnberger: "Die milliardenschweren Zuwächse bei der Lohnsteuer resultieren nicht aus realen Einkommenszuwächsen der Arbeitnehmer, sondern aus der Steuerprogression. Das sei all jenen ins Stammbuch geschrieben, die sich gegen eine umfassende Lohnsteuerreform aussprechen". Es gehe, so Dirnberger, um kein Geschenk des Finanzministers, die Inflationsabgeltung bei den Lohnrunden dürfe nicht länger zu einer kalten Enteignung der Einkommen der Arbeitnehmer geraten.

Unternehmensgewinne steigen stärker als Einkommen aus unselbständiger Arbeit

Eine Lohnsteuerreform ist auch deswegen unerläßlich, weil die Einkommen aus unselbständiger Arbeit weniger stark gestiegen sind, als die Gewinne aus selbständiger Arbeit, Verpachtung und Eigentum. Dirnberger: "Oberflächlich von Neoliberalen transportierte Begriffe, wie Flexibilisierung, haben weitere Lohnverluste in vielen Bereichen mit sich gebracht". Bei der Steuerrefom gelte es, so Dirnberger, nicht die Gewinner zusätzlich zu sponsern, sondern wieder einen Ausgleich und Gerechtigkeit herzustellen.

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AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger

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