Kfz-Handel: 1997 brachte wieder Rückkehr zur Normalität

Havelka: "1998 ist ein Jahr der Herausforderung!"

Wien (PWK) - "Mit 275.001 Neuzulassungen bei PKW und Kombi, also einem Minus von 10,6 Prozent im Vergleich zu 1996, sind wir wieder zu einem Normaljahr zurückgekehrt", kommentierte Helmut Hanslik vom Statistischen Zentralamt die nunmehr vorliegenden Zulassungszahlen für 1997 anläßlich einer Pressekonferenz des Bundesgremiums Fahrzeughandel in der Wirtschaftskammer Österreich. Heinz Havelka, Vorsteher des Bundesgremiums rechnet - aufgrund des Ersatzbedarfs -auch für das Jahr 1998 mit 280.000 bis 285.000 Zulassungen. ****

Insgesamt wurden 1997 353.951 Kraftfahrzeuge aller Art zugelassen. Positiv entwickelten sich 1997, wie schon in den letzten Jahren, die Verkaufszahlen von Mopeds (+13,4 Prozent) sowie Leichtmotorrädern und Motorrädern (+0,7 Prozent). Man hofft, daß sich dieser positive Trend auch in Zukunft fortsetzen wird. Auch bei den LKWs konnten mit +5,4 Prozent Zuwächse erzielt werden. Bei den Gebrauchtwagenummeldungen gibt es per Ende November 1997 mit -1,37 Prozent einen leichten Rückgang. Wie sich aus einem Vergleich der Zulassungsergebnisse der letzten Jahre zeigt, lag hier der Bereich der Normaljahre bei ca. 280.000 Zulassungen. Die exorbitant hohen Zulassungen des Jahres 1996 sind ja bekanntlich insbesondere auf die steuerlichen Umstellungen (NoVA-Erhöhung) zurückzuführen. So zeigt sich, daß 1996 eine Steigerung der Zulassungsszahlen um 10 Prozent auf 307.671 erfolgte und daß dieser Steigerung nunmehr ein Rückgang von 10,6 Prozent entgegensteht.

Für die Zukunft sieht Havelka für die Fahrzeughandelsbetriebe vor allem Handlungsbedarf auf der Ertragsseite: "Eine Verbesserung der Ertragssituation ist nur möglich, wenn die Importeure und die Einzelhändler zusammenarbeiten und dadurch die Ertragssituation wieder besser in den Griff bekommen". Hauptgewinner des derzeitigen Verdrängungswettbewerbes, der durch Sonderverkaufsaktionen und Sonderkonditionen verschärft wird, sind einmal mehr die Autokäufer. Die Konsumenten müßten aber, so der Vorsteher, in Zukunft, aufgrund der gleichbleibenden Preise bei gleicher oder verbesserter Ausstattung, mit keinen bzw. weniger Rabatten rechnen.

Erfreulich sei, daß die Zahl der Parallelimporte sich durch die weitere Angleichung der Preise in der EU sehr reduziert hat. Außer zur Zeit der Lira-Schwäche vor einigen Jahren, waren Parallelimporte immer unbedeutend. Gründe dafür sieht Havelka vor allem darin, daß durch Parallelimporte keine nennenswerten Preiseinsparungen mehr möglich seien. Abgesehen davon komme es immer wieder zu Problemen, wie Sprachen, Gewährleistung, Eintausch des Gebrauchtwagens etc.

Martin Pfundner, Sprecher der Automobilimporteure, weist jedoch auf das noch immer nicht gelöste Problem der Steuerharmonisierung hin. Der österreichische Konsument zahlt durch Steuerbelastungen, die sich aus der höheren österreichischen Mehrwertsteuer sowie der Normverbrauchsabgabe ergeben, zum Teil wesentlich höhere Preise als die Konsumenten im benachbarten Ausland. So ist zum Beispiel Deutschland steuerlich wesentlich autofahrerfreundlicher und Italien forciert durch massive Verschrottungsprämien, welche sparsame und umweltfreundliche Autos der jüngsten Generation fördern, die Modernisierung des Fahrzeugbestands.

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