Nun muss Freisetzungs-Moratorium kommen

Wien (OTS) - Nach dem gestrigen Rückzieher von Pioneer präsentierten Greenpeace und Global 2000 heute ein Forderungspaket für den weiteren Umgang mit Gentech-Freisetzungen. Die Umweltschützer verlangten von den Regierungsparteien ein Moratorium für Freisetzungen, eine sofortige Verschärfung des Gentechnik-Gesetzes sowie den Beschluss einer strengen Haftungsregelung. Auch Minister Molterer müsse endlich Farbe bekennen und Schritte gegen Gentechnik-Saatgut in Österreich setzen.

"Nach der Kapitulation von Pioneer muss nun das längst versprochene Moratorium für Freisetzungen in Kraft treten. Dazu fordern wir die sofortige Verankerung einer Parteienstellung für Betroffene im Gentechnik-Gesetz, eine ausgewogene Besetzung der wissenschaftlichen Ausschüsse für Freisetzungen und eine abschreckende Haftungsregelung," unterstrich Lothar Lockl, Sprecher von Global 2000. ,Wir appellieren an die Politiker, jetzt endlich die zugesagte Verschärfung des Gentechnik-Gesetzes in Angriff zu nehmen. Es kann nicht sein, dass jedesmal erst ein Proteststurm der Bevoelkerung zur Ablehnung eines Freisetzungsantrages führt. Unsere Rückkehr in den Gentechnik-Ausschuss wird jedenfalls davon abhängen, ob das Gentechnik-Gesetz wirklich substanziell verbessert wird."

,Der Proteststurm von Landeshauptleuten, Bürgermeistern und aus der Bevoelkerung hat deutlich gezeigt, dass Gentechnik auf OEsterreichs Feldern unnoetig und unerwünscht ist. Die Gentech-Industrie steht aber weiterhin in den Startloechern: Pioneer plant für 1999 wieder Freisetzungen und AgrEvo will Gentech-Raps oesterreichweit aussäen," erklärte Greenpeace-Sprecher Matthias Schickhofer. ,Wenn die Industrie weiter stur bleibt und die Ablehnung in der Bevoelkerung ignoriert, dann wird es wieder zu Aktionen kommen müssen. Wir sind jedenfalls bereit."

Die Gentech-Konzerne haben sich bisher vor allem auf die OEVP gestützt, um ihre Interessen in OEsterreich durchzusetzen. Die Umweltorganisationen riefen daher OEVP-Generalsekretärin Rauch-Kallat auf, ihre gestrigen Aussagen zu konkretisieren, in denen sie ankündigte für ,mehr Rechtssicherheit für internationale Konzerne" sorgen zu wollen. ,Es kann nicht angehen, dass die OEVP als Konseqünz aus dem Fall Pioneer nun die gesetzlichen Bestimmungen für Freisetzungen erleichtern will," so die Umweltschützer.

Von Minister Molterer forderten Global 2000 und Greenpeace, gegen Gentech-Saatgut aktiv zu werden. Greenpeace-Sprecher Schickhofer:
,Die EU-weite Zulassung von Gentech-Saatgut steht an. Minister Molterer: Bekennen Sie endlich Farbe und sorgen Sie dafür, dass der biologische Landbau in Österreich nicht durch Gentech-Saaten auf Österreichs Feldern ruiniert wird!"

Weitere Informationen: Greenpeace Österreich, Matthias Schickhofer, Telefon: 0664/33 86 503, Susanne Fromwald, Telefon: 0664/37 16 355 oder Bettina Tasser, Telefon: 0664/32 62 555 GLOBAL 2000, Lothar Lockl, Telefon: 0664/308 65 47 oder Ulli Sima, Telefon: 0664/131 66 99

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