Lehrstellen in der Recyclingwirtschaft gefährdet

Schwarzer: Berufsausbildungsrecht an aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen anpassen - Kritik an Sozialministerium und AK

Wien (PWK) - Obwohl die Wirtschaft durchaus Stellen anbieten könnte, ist derzeit eine Lehrlingsbeschäftigung im Bereich der Entsorgungswirtschaft gestoppt. Die Wirtschaftskammer hatte vorgeschlagen, den Ende 1997 ausgelaufenen Versuch, Lehrlingsstellen in der Abfall- und Abwassertechnik in reguläre Berufsausbildungsbereiche überzuführen, zu verlängern. Dieser Vorschlag wurde jedoch seitens des Sozialministeriums und der Arbeiterkammer nicht aufgegriffen. ****

"Damit gibt es für die österreichische Recycling- und Entsorgungswirtschaft derzeit keine Möglichkeit, Lehrstellen in diesen Bereichen anzubieten. Ursache dafür ist, daß es die Arbeitnehmerseite abgelehnt hat, die Ausbildung den Bedürfnissen der Praxis entsprechend zu adaptieren", stellte der Leiter der Abteilung für Umweltpolitik in der Wirtschaftskammer, Stephan Schwarzer, fest. Das Ziel war, für die Bereiche Abfall- und Abwassertechnik jeweils gesonderte Berufsbilder anzubieten, da Betriebe häufig nur in einem der beiden Bereiche tätig sind. Der Versuch des Wirtschaftsministeriums, den status quo zu erhalten und Zeit für eine adäquate Lösung dieser Frage zu gewinnen, scheiterte an der fehlenden Zustimmung des Sozialministeriums.

Die unflexible und zögernde Haltung der Arbeitnehmerseite bzw. des Sozialministeriums steht in krassem Widerspruch zur Parole von Bundeskanzler Viktor Klima, daß die Bundesregierung der Jugendbeschäftigung höchste Priorität beimesse. "Wieder einmal scheitert die Schaffung von Arbeitsplätzen daran, daß antiquierte Vorschriften des Berufsausbildungsrechtes nicht an aktuelle wirtschaftliche Entwicklungungen angepaßt werden", kritisiert Schwarzer.

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