AK: Mehr Mitbestimmung bei neuen Technologien im Betrieb

Tumpel: Arbeitnehmer und Betriebsräte bei Innovationen besser einbinden

Wien (OTS) - Technische Entwicklungen, Innovationen, neue
Verfahren in Betrieben sind nicht nur Chefsache, sie betreffen in erster Linie die Belegschaft. Zwischen Verunsicherung und Hoffnung schwanken die Gefühle der Arbeitnehmer, wenn sie von der Einführung neuer Technologien im Betrieb erfahren. Auf die Ängste eingehen, die Chancen nützen, die Qualifikation erhöhen: Das seien die Anforderungen der Arbeitnehmer bei Innovationsprojekten im Betrieb, erklärt AK Präsident Herbert Tumpel zur neuen Förderpraxis im Innovations- und Technologiefonds ITF. Die Einbeziehung der Belegschaft in Neuerungen sei aber auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Daher freut sich Tumpel, daß ein praktisches Anliegen von AK und ÖGB vom Wissenschaftsminister umgesetzt wurde. In einem Pilotprojekt sollen heuer Betriebsräte und Arbeitnehmer besser in öffentlich geförderte Innovationsprojekte eingebunden werden. ****

Auf Initiative von AK und ÖGB gelten ab 1. Jänner für die Vergabe von öffentlichen Technologieförderungsmittel für eine Pilotphase von einem Jahr neue Kriterien. Bei allen Innovationsprojekten, die Arbeitnehmerinteressen berühren, muß nunmehr die Belegschaft informiert und eingebunden werden. 1996 vergab der ITF Förderungen für etwa 150 Projekte im Gesamtausmaß von rund 200 Mio Schilling.

Die Einbeziehung der ArbeitnehmerInnen kann in
Innovationsprojekten erheblich zum Erfolg beitragen. Daher sollen ArbeitnehmerInnen frühzeitig mit einer Veränderung ihrer Arbeitssituation vertraut gemacht werden. Nur so können sie mit ihrem Wissen auch die Technologieentwicklung unterstützen. Das gewährleistet auch frühzeitige Möglichkeiten zu Qualifizierungsmaßnahmen, die eine erfolgreiche Nutzung neuer Technologien sichern und zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit führen.

Förderansuchen für Innovationsprojekte beim Innovations- und Technologiefonds, die sich für Arbeitnehmerbeteiligung eignen, müssen in Hinkunft vom Betriebsrat mitunterschrieben werden. Damit muß er vom Projekt und von der Art und Weise der geplanten Einbeziehung der Beschäftigten in den Projektverlauf informiert werden. Ob ein Projekt arbeitnehmerrelevant ist oder nicht, entscheidet die Förderungsstelle an Hand einer Kriterienliste.

Mitbestimmung, Mitgestaltung
Offenheit der Information, der Austausch von Sichtweisen, das Offenlegen von Zielen und Befürchtungen sowie das Anbieten von Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sind für die Akzeptanz von Veränderungen im Betrieb ebenso unerläßlich wie die Berücksichtigung eines Interessensausgleiches zwischen Management und Mitarbeitern. Um dies zu ermöglichen, können auch Kosten für externe Berater, Schulungsmaßnahmen oder Workshops mitgefördert werden.

Technik ist gestaltbar
Aus Sicht der AK spiegelt sich in der neuen Regelung auch ein
hohes Maß an betriebswirtschaftlicher Vernunft wider. Bei ausschließlicher Berücksichtigung der technischen Funktionsfähigkeit besteht die Gefahr, daß die praktischen Anforderungen aus betrieblicher Sicht und aus jener der ArbeitnehmerInnen zu kurz kommen. Eine mangelnde Anpassung kann daher zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen führen.

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