ARBÖ erklärt: Darum gibt es kein Rezepet gegen den "gesetzlich erlaubten" Alkoholgenuß

Wien (ARBÖ) - Seit der Senkung der Promille-Grenze im Straßenverkehr herrscht unter den Kraftfahrern große Unsicherheit. Beim ARBÖ-Informationsdienst meldeten sich viele Menschen, die wissen wollten, wieviel sie trinken dürfen, um unter der 0,5 Promille-Grenze zu bleiben. Warum es dazu kein Allgemeinrezept gibt, erklärt der ARBÖ.

"Es wäre zu schön, wenn man einfach sagen könnte, trinken Sie drei Glas Bier und Sie bleiben im Promille-Limit", stellt ARBÖ-Verkehrsmediziner Prim. Dr. Josef Nagler fest. "Leider ist die Realität viel komplexer. Denn eine Vielzahl von Komponenten haben letzendlich Einfluß auf den Promille-Wert."

Zu diesen Komponenten zählen:
* Die Leber:

Eine gesunde Leber baut pro Stunde 0,01 Promille Alkohol ab.
* Das Geschlecht:

Der Körper einer Frau baut Alkohol langsamer ab, als der Körper eines Mannes.
* Das Körpergewicht:

Je schwerer frau/man ist, desto langsamer wird Alkohol abgebaut.
* Das Alter:

Ältere Personen vertragen nicht soviel Alkohol wie jüngere.
* Medikamte:

Personen, die Medikamente einnehmen, vertragen überhaupt keinen Alkohol. "Vor allem z.B. 'Cocktails' von magesäurebindenden Medikamenten und Alkohol machen rasch betrunken", so Prim.
Dr. Nagler.
* Operative Eingriffe:

Bei magenoperierten Personen, tritt der Alkohol schneller ins
Blut über.
* Die "Trinkgeschwindigkeit":

Personen die schnell trinken, sogenannte "Sturztrinker", sind schneller alkoholisiert als solche die mit Genuß schluckweise trinken.
* Personen, die vor dem Alkoholgenuß etwas gegessen haben, bauen

Alkohol schneller ab als solche, die nichts im Magen haben.

Der ARBÖ-Verkehrsmediziner abschließend: "Auch eine 'Wunderpille gegen Promille' gibt es nicht. Kaffee ist ganz sicher kein Promille-Killer und auch andere Drinks, denen eine solche Eigenschaft zugeschrieben wird, können den Alkoholgehalt im Blut nicht senken. Ebenfalls Tabletten haben sich immer noch als wirkungslos erwiesen."

"Es dauert durchschnittlich drei Stunden, bis der letzte
Tropfen Alkohol einer Flasche Bier oder eines Viertels Wein im Körper abgebaut wird. Vorsicht ist aber auch am nächsten Tag geboten. Scheinbar ist man wieder völlig nüchtern, der Blutalkoholgehalt kann aber nach wie vor weit über der Grenze von 0,5 Promille sein. Denn auch Schlaf beschleunigt den Abbau des Alkohols im Körper nicht."

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