Mikrotechnik eröffnet neue Chancen für Österreich

Netzwerk von 12 europäischen Partnern soll industrielle Mikrotechnikanwendungen erarbeiten

Wien (PWK) - "Die Bedeutung der Mikrotechnik für die künftige wirtschaftliche und technologische Entwicklung Europas und damit auch Österreichs kann nicht hoch genug eingeschätzt werden", betonte Univ.Prof. Helmut Detter von der Technischen Universität Wien bei der Eröffnung des europäischen Partnertreffens, einer Gemeinschaftsveranstaltung des Instituts für Feinwerktechnik, Wien, des Instituts für Mikrotechnik, Mainz, und des WIFI Österreichs. Es wurden gestern zwei europäische Forschungsnetzwerke der EU im Haus der Wirtschaft in Wien präsentiert. Etwa 60 Vertreter aus elf europäischen Ländern nahmen an diesem Partnertreffen teil. ****

Die Europäische Kommission hat die Bedeutung der Mikrotechnik erkannt und fördert die Zusammenarbeit von zwölf hochkarätigen europäischen Partnern aus Forschung und Industrie im Rahmen des Netzwerkes MICROSYNC (Microfabrication with Synchrotron Radiation). Ziel ist es, auf breiter Front industrielle Anwendungen der Methode zu realisieren, die dazu nötigen Prozeßoptimierungen und Prozeßstandardisierungen zu erreichen und so einen europäischen Wettbewerbsvorsprung herauszuarbeiten. Realisiert werden sollen Applikationen aus der optischen Kommunikationstechnik, der Mikrorobotik und der Hochfrequenztechnik. Als eindrucksvolles anschauliches Demonstrationsmodell brachte das Institut für Mikrotechnik Mainz den kleinsten fliegenden Hubschrauber der Welt, der im Guiness-Buch der Rekorde aufscheint, nach Wien. Er ist 24 mm lang und incl. Rotoren 8 mm hoch und hebt bei 40.000 Umdrehungen des Motors pro Minute ab.

Die Miniaturisierung von Bauteilen zum Zweck der Kosteneinsparung ist nicht auf die Mikroelektronik beschränkt. Die Ausdehnung auf andere Funktionsgebiete wie Mechanik, Optik oder chemische Verfahrenstechnik eröffnet bislang ungeahnte Märkte und Chancen. Der Schlüssel dazu liegt in Mikrofertigungsverfahren, die sich nicht auf Halbleitermaterialien beschränken, sondern es erlauben, Metalle, Polymere und Keramiken mit hoher Präzision und in drei Dimensionen zu bearbeiten. Die Mikrosystemtechnik ist eine noch relativ junge Technologie, die schon so eindrucksvolle Produkte wie den Airbagsensor, aber auch vor allem im medizinischen Bereich Miniausgaben von Hörgeräten, Mikrokatheter in der Herzchirurgie etc. hervorgebracht hat.

Österreich hat in den letzten Jahren ein technologisches Know-how im Bereich der Mikrosystemtechnik erarbeitet, das einem internationalen Vergleich durchaus standhält. Zur Zeit bilden die Anwendungen im Bereich der Meß- und Analysetechnik, der Elektronik und der Elektrotechnik das Haupteinsatzgebiet der Mikrosystemtechnik. Nichtsdestotrotz werden Entwicklungen in den anderen Bereichen demnächst vermehrt stattfinden. Ein großer Wachstumsmarkt in den "nicht-elektronischen" Bereichen zeichnet sich ab.

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Dr. Heinz Lasek

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