Aufhebung der Buchpreisbindung endgültig

Auch Verfahrenstricks werden dem Buchhandel nicht helfen!

Wien (OTS) - Zur anhaltenden Diskussion um die Entscheidung der Europäischen Kommission zur Buchpreisbindung erklärt der Vorstandsvorsitzende der Librodisk Handels-AG, Andre Rettberg:

Die Buchpreisbindung ist mit der Entscheidung der Europäischen Kommission vom gestrigen Tage gefallen. Die von einzelnen Verlagsvertretern vorgebrachte Meinung, durch eine Rechtslücke in den alten EWR-Verträgen könne die Buchpreisbindung doch noch gerettet werden, verstößt nicht nur gegen die Interessen des Buchhandels, sie ist schlicht sachlich falsch. Derartige Verfahrenstricks werden dem Buchhandel auch nicht helfen.

Die ständige Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes zeigt, daß er die Entscheidung der EU-Kommission gegen die Buchpreisbindung ebenfalls teilt. Weitere Diskussionen mit der Europäischen Kommission oder Klagen vor Gericht werden deshalb an der eindeutigen Entscheidung vom gestrigen Tage nichts ändern: Die von den großen Verlagen diktierten Buchpreise sind nicht mehr zu halten. Auch eine nationale österreichische Regelung wird die Situation nicht verändern, da nach wie vor 80 Prozent der in Österreich verkauften Bücher aus Deutschland kommen.

Der Buchhandel sollte nicht durch Diskussionen über Verfahrensrecht die Zeit vertun, die jetzt dringend gebraucht wird, um den Markt im Interesse der Konsumenten, der Autoren und der kleinen Verlage neu zu organisieren. Libro jedenfalls wird sich auf die neue Situation schnell einstellen - im Interesse der Kultur und seiner Kunden. Der gasamte österreichische Buchhandel wäre gut beraten, mit kundenorientierter Innovation gleiches zu tun.

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