AK: Wettbewerbsfähigkeit verbessert

Lohnstückkosten für internationale Wettbewerbsfähigkeit ausschlaggebend

Wien (OTS) - Alle Jahre wieder klagt die Wirtschaft über zu
hohe Lohnnebenkosten. Und alle Jahre wieder geht die Wirtschaft
bei ihrer Bewertung von einem eng segmentierten Blickwinkel aus.
So reagiert AK-Direktor Werner Muhm auf die heute präsentierte Lohnebenkostenerhebung der Wirtschaftskammer. Entscheidender im internationalen Wettbewerb seien die Lohnstückkosten und die Standortfaktoren in ihrer Gesamtheit. Eine Absicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich werde nicht gelingen, wenn die Wirtschaft laufend den Abbau sozialer Sicherungen fordert.****

Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sind die Lohnstückkosten der entscheidendere Faktor und diese sind seit
1994 rückläufig, was verbesserte Wettbewerbsbedingungen für die Wirtschaft brachte.

Muhm: "Selbst wenn man die Berechnungsmethode der
Wirtschaftskammer heranzieht, ist eine Erhöhung der
Lohnnebenkosten nicht schlüssig belegbar." Bei den Arbeitern sind die Lohnnebenkosten im Vergleich zum Jahr 1993 (100,8 Prozent) auf 100,7 Prozent im Jahr 1996 sogar gesunken. Die insgesamten Lohnnebenkosten (Arbeiter und Angestellte) betrugen 1993 97,1 Prozent und 1996 98,6 Prozent. Diese geringfügige Steigerung ist auf die Einführung der Kommunalsteuer zurückzuführen. Die Einführung der Kommunalsteuer wurde aber durch den Wegfall der Gewerbesteuer mehr als kompensiert. "Ein Faktum, das die
Wirtschaft gerne vergißt", kritisiert der AK-Direktor. Von einem realen Anstieg der Lohnnebenkosten könne daher keine Rede sein.

Die ständigen Forderungen nach Aliquotierung des
Urlaubsanspruches, erster Krankenstandstag als Urlaubstag, Abschaffung eines Feiertages oder der Entfall der Freizeit während der Kündigungsfrist bei Selbstkündigung kritisiert Muhm als Umverteilungsversuch zugunsten des Unternehmenssektors. "Die AK
wird nicht zulassen, daß die Standortdebatte dazu genutzt wird, Arbeitnehmeranliegen zurückzudrängen", lehnt Muhm den von der Wirtschaft geplanten sukzessiven Sozialabbau vehement ab. Es dürfe nicht sein, daß die eine Seite ständig mehr Gewinne lukriert und andere dafür bezahlen.

In diesem Zusammenhang erinnert der AK-Direktor an den Vorschlag
der Arbeitnehmervertreter, durch eine Änderung der Bemessungsbasis der FLAF-Abgaben eine Verringerung der Lohnnebenkosten herbeizuführen. Eine von der AK in Auftrag gegebene Wifo-Studio hätte ergeben, daß eine Umbasierung der Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichs-Fonds nicht nur zu einer Entlastung des exportorientierten Sektors der Wirtschaft führe, sondern auch zwischen 13.000 und 21.000 neue Arbeitsplätze bringen würde.

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